„Der Aushub ist das Problem“

von Redaktion

Bauarbeiten in der Bad Trißl-Straße: Erster Abschnitt soll im November fertig sein

Oberaudorf – Seit Mitte Mai laufen die Bauarbeiten an der Bad-Trißl-Straße. Der erste von insgesamt drei Abschnitten, soll voraussichtlich Ende November fertiggestellt werden. Die Sanierung des ersten Abschnitts (von der Auerbachbrücke bis zur Sonnenstraße) in Angriff zu nehmen, sei „dringend notwendig“ gewesen. Weil im Untergrund ein Elektrokabel mitsaniert werden musste, an dem auch die Klinik Bad Trissl angeschlossen sei, sagt Bürgermeister Professor Dr. Matthias Bernhardt.

Nicht im Haushalt
einkalkuliert

Die Bauabschnitte zwei und drei seien zwar vorgeplant im Haushalt aber nicht mehr einkalkuliert. „Die hohen Kosten beschränken den Straßenbau in Oberaudorf extrem“, lautet Bernhardts Begründung. Ein Problem ist vor allem der Aushub: Wohin damit?

Das Vorgehen bei einem Straßenbau sei höchst komplex, und die Kosten dafür „schwer einzukalkulieren“. Zunächst müsse das Material ausgebaut und zwischengelagert werden. Dann werde es begutachtet. „Und dann erst wird entschieden, ob es verwendet werden kann“, erläutert der Geschäftsleiter der Gemeinde Oberaudorf, Florian Seebacher, im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Früher habe man alte Straßen miteingebaut, sagt Bernhardt.

„Zum Teil ist deshalb teerhaltiges Material im Untergrund. Und laut Deponieverordnung fällt dies unter Sondermüll. Das ist tatsächlich ein Problem, wo sich auch der Freistaat Bayern einmal Gedanken machen müsste. Das Zeug müsste man auf eine Deponie fahren. Wir haben in Bayern aber keine einzige Deponie, die das annimmt.“ Im Umkehrschluss bedeute das, dass die Gemeinde die Materialien „durch halb Deutschland“ kutschieren würde – obwohl nur etwa ein Prozent Teer im Untergrund enthalten sei. Diese Richtlinie sei sehr kostspielig, pflichtet Seebacher bei. Und im Moment sei dafür das Geld zu knapp. Die prognostizierten Kosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich derzeit auf über 100000 Euro. Dazu komme, dass die Gemeinde kaum Zuschüsse für den Straßenbau erhalte. „Durch eine Verringerung der Gesamtmaßnahme können wir das aber abfangen“, sagt Seebacher. Ein Abschnitt der Buchauer Straße soll deshalb weniger aufwendig saniert werden.

Verweis auf
Rosenheimer Straße

Seebacher erinnert sich noch an die Sanierungsarbeiten an der Rosenheimer Straße. Da sei es dasselbe Prozedere gewesen. „Gott sei Dank“ könne man die Materialien am ehemaligen Parkplatz des Schwimmbads zwischenlagern. „Oft muss man nämlich auch noch Zwischenlagerflächen anmieten.“ Das würde weitere Kosten nach sich ziehen.

Wann mit einem Abschluss aller drei Bauabschnitte zu rechnen ist, konnte Bernhardt nicht beantworten.

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