Kiefersfelden – Schon kurz nach den ersten Leseproben vor Ostern musste das Volkstheater Ritterschauspiele Kiefersfelden alle Vorbereitungen für die heurige Theatersaison stoppen. Das durch die Corona-Pandemie ausgelöste offizielle Verbot aller öffentlichen Veranstaltungen, traf auch die für die August- und Septemberwochenende geplanten Aufführungen im 420 Plätze fassenden historischen Kiefersfeldener Theaterhaus mit seiner barocken Drehkulissenbühne.
Erste Unterbrechung
seit 73 Jahren
Es war die erste Spielunterbrechung seit 73 Jahren, als nach dem Weltkriegsende die US-Militärregierung 1947 die Ritterschauspiele wieder genehmigte. Für die heurige Spielsaison waren die Pläne für die Neuinszenierung des beim Publikum äußerst beliebten Ritterdramas „Floribella, Herzogin von Burgund oder Die Eisenschmelze im Felsentale“ schon weit fortgeschritten.
Die Enttäuschung war groß und jetzt hoffen alle, dass im Sommer 2021 das abwechslungsreiche, spannende und turbulente Ritterschauspiel ohne Einschränkungen aufgeführt werden kann. Doch ganz aktuell gibt es auch für heuer noch Pläne für ein besonders überraschendes Freiluftzwischenspiel des Volkstheaters Kiefersfelden aufzuführen. Am letzten Sonntag, nach dem traditionellen Gedenkgottesdienst des Theatervereins für seine verstorbenen Mitglieder, wurden erste Überlegungen öffentlich.
Bürgermeister Hajo Gruber hatte in einer kurzen Ansprache noch einmal sein Bedauern über die ausgefallene Spielsaison ausgedrückt: „Dem Dorf fehlt etwas, wenn keine Ritterschauspiele aufgeführt werden, die Bürger von Kiefersfelden vermissen diese historische Kultur“. Das war für Theatervorstand Michael Dünkel das Stichwort über ein geplantes adventliches Freiluftspiel im Kiefersfeldener Kurpark zu berichten.
Der große Musikpavillon im weitläufigen Kurpark soll eine dem Theaterhaus nachempfundene Drehkulissenbühne bekommen. Dort könnte dann als Freiluftveranstaltung eine spezielle Fassung des ersten Kapitels aus dem Matthäus-Evangelium aufgeführt werden. Im Mittelpunkt dabei, die vom Evangelisten geschilderte biblische Vorgeschichte bis zur Geburt Jesu.
Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern, aber gedacht ist an einen Akt mit ungefähr einer Stunde Spieldauer. Sollten weiterhin Schutzmaßnahmen gegen Corona-Infektionen, wie Abstand halten und Maskenpflicht nötig sein, könnten die im Freien gut eingehalten werden.
An den Texten
wird gefeilt
An Texten und Szenen wird noch gefeilt. „Spielstil, Motivik und sprachliche Diktion sollen den Ritterdramen des Kiefersfeldener Volkstheaters ähneln. Das könnte sehr spannend werden“, verriet Theatervorstand Michael Dünkel. Gedacht ist an drei bis vier Aufführungen an den beiden Adventswochenenden vor den Weihnachtstagen. Die großen bewährten Schirme im Kiefersfeldener Kurpark würden die Besucher vor eventuellen Wetterunbilden schützen.
Für vorweihnachtliche Stimmung könnten, vor und nach dem ritterlichen Adventsspiel, Musik, Getränke und Speisen sorgen.