Zur Berichterstattung Ausbau der A8 (Lokalteil):
Mit Entsetzen verfolgen wir die Planungen zum Ausbau der A8 mit sechs Streifen plus Standstreifen in einem landschaftlich und ökologisch wertvollen und sensiblen Gebiet. Die damit verbundene Zerstörung von Landschaft, der Flächenverbrauch, die Zunahme von Lärm und sonstigen Umweltbelastungen für die Anwohner ist mit nichts zu rechtfertigen, es sei denn man betrachtet das Zubetonieren von Landschaft als Wert an sich oder ist der Ansicht, dass das Fließen des Individual- und Güterverkehrs Vorrang vor allem anderen hat. Das ist das Denken von Gestern und Vorgestern und passt in keiner Weise in eine Zeit der zunehmenden Klimakrise, die auch Oberbayern inzwischen erreicht hat. Zudem wären die Milliarden, die in diesem unsinnigen Projekt versenkt werden sollen, sinnvoller in den Ausbau des ÖVP, die Digitalisierung und den Klimaschutz investiert, wo der Bedarf weit höher ist als der an noch mehr Straßen mit mehr Verkehr mit mehr Lärm mit mehr Umweltbelastung!
Was dieses Monsterprojekt für die Urlaubsregion Oberbayern und insbesondere den Chiemgau bedeutet, mag man sich lieber nicht ausmalen, aber eins ist ganz sicher: Es ist der Todesstoß für eine ganze Region und wird der herrschenden Partei auf Jahre hinaus sinkende Sympathie in der Bevölkerung bescheren. Das können Sie nicht ernsthaft wollen – oder geht die Arroganz und Ignoranz der Mächtigen auch darüber hinweg ?
Eine Politik, die in Verfolgung eines obsoleten Wachstumsglaubens derart unsensibel und rücksichtslos mit den Bedürfnissen und Interessen der Bevölkerung umgeht, ist zum Scheitern verurteilt. Aber noch können sie zurück auf den Weg der Vernunft und dieses Monsterprojekt auf den Abfallhaufen der Geschichte werfen, wo es hingehört.
Heribert Burdick
Bernau