Zum Schulstart fehlen die Leihgeräte

von Redaktion

Elternbeirat der Preysing-Grundschule in Aschau kritisiert Vorgehen der Gemeinde

Aschau – Der Elternbeirat sowie Rektorin Astrid Sauer von der Aschauer Preysing-Grundschule sind besorgt: Denn der fehlende Gemeinderatsbeschluss für die Zustimmung zum „digitalen Klassenzimmer“ bremse Kinder aus sozial benachteiligten Familien bei einem erneuten Fall von „Lernen zuhause“ aus – sollte es zu einem zweiten Lockdown kommen. „Schade“, meint Stephan Nicolai, Vorsitzender des Elternbeirats, denn laut einer Elternnachfrage bestehe ein Bedarf von mindestens 31 Leihgeräten.

Grünes Licht für
das Sonderbudget

Bei der Sitzung am 14. Juli hatte Rektorin Astrid Sauer im Gemeinderat das „digitale Klassenzimmer“ vorgestellt. Dabei präsentierte sie das digitale Konzept für die Zukunft sowie den Ist-Zustand der Ausstattung an der Schule.

„Derzeit verfügen wir über je einen festinstallierten Computer in jedem Zimmer unserer acht Schulklassen sowie einen Tablet-Koffer mit zehn Tablets, den wir vor circa fünf Jahren bekommen haben“, berichtet sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Zudem seien weitere 100 Tablets der Marke Apple gewünscht, da sich diese besonders für den Unterricht eignen. Außerdem votierte Sauer dafür, die Förderung für Leihgeräte auszuschöpfen, die die bayerische Staatsregierung nach dem „DigitalPakt Schule“ bis 2024 zur Verfügung stellt.

Die Gemeinderäte hatten mehrheitlich dafür votiert, die Förderung „Sonderbudget Leihgeräte“ zu verfolgen, fasst der Vorsitzende des Elternbeirates weiter zusammen. Daraufhin sei der Antrag durch den Kämmerer am 20. Juli gestellt und zwei Tage später bewilligt worden. „Das Geld in Höhe von 8376 Euro liegt nun auf dem Konto der Gemeinde“, so Nicolai weiter. Rektorin Sauer habe Angebote für Leihgeräte eingeholt und wollte noch Anfang der Sommerferien die Leihgeräte bestellen, damit sie pünktlich zum Schulstart da sind. Bürgermeister und Kämmerer verwiesen hingegen auf einen notwendigen Gemeinderatsbeschluss am 15. September.

Nicolai hingegen glaubt, dass für die Anschaffung kein weiterer Beschluss nötig sei. Er will wissen, wann die Schule die Leihgeräte für sozial benachteiligte Schüler beschaffen darf. Auf Nachfrage der Schulleitung sei dies in umliegenden Schulen bereits problemlos geschehen. „Wir Eltern sind in Sorge, dass bei erneutem coronabedingten Unterrichtsausfall die Chancengleichheit für unsere Kinder nicht gewährleistet ist“, so Nicolai.

Bürgermeister Simon Frank hält dagegen. „Frau Sauer hatte in ihrem Vortrag zum Thema ‚digitales Klassenzimmer‘ ein Konzept vorgestellt, dass 100 neue Tablets für die Schule beinhaltete“, berichtet Frank. Der Gemeinderat habe sich mit großer Mehrheit gegen diese Idee ausgesprochen, da man der Ansicht gewesen sei, dass eine Grundschule keinen Bedarf für eine solche Ausrüstung hätte.

Daraufhin sei der Vorschlag gekommen, eine Förderung für Leihgeräte zu beantragen. „Der Gemeinderat hatte diesen Beschluss einstimmig gefasst, die Förderung wurde sofort bewilligt und auf das Konto der Gemeinde überwiesen“, erläutert der Bürgermeister. Ohne Beschluss des Gemeinderates wolle er den Geldbetrag nicht auszahlen, da noch es noch viele Fragen zu klären gebe.

„Es ist auch wichtig, dass festgelegt wird, wer die Instandhaltung der Geräte vornimmt und wie diese finanziert wird“, sagt Frank. Der Bürgermeister appelliert zudem: „Sollte es zum Lockdown kommen, können sich alle Eltern, die nicht über die digitalen Mittel für Homeschooling verfügen, auch direkt an mich wenden.“

Digitale Erziehung
ist Teil des Lehrplans

Astrid Sauer hofft, dass der Gemeinderat nicht auf ein Wartungskonzept pocht. „Wie ich aus Gesprächen mit anderen Schulleitern weiß, übernimmt eine externe Firma die Wartung, die wir auch beauftragen wollen“, erläutert sie. Auch die Versicherungskosten könnten auf die Eltern umgelegt werden, sodass die Frage nach der Haftung im Schadensfall geklärt wäre. Schon in er Grundschule sei es wichtig, dass Kinder von Anfang an einen kritischen Umgang mit digitalen Medien lernen.

„Es ist auch Teil des Lehrplans“, erläutert Sauer. Zumal in den weiterführenden Schulen ab der fünften Klasse Informatik auf dem Unterrichtsplan stehe. „Ich hoffe sehr, dass die Schule und die Gemeinde für die Schüler gemeinsam an einem Strang ziehen werden“, so Rektorin Astrid Sauer.

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