Vogtareuth – „Es ist fürchterlich!“ Sepp Oberberger ist entnervt, denn der Vorsitzende des Wasserbeschaffungsverbandes Vogtareuth muss zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit die Bewohner bestimmter Straßenzüge und Ortsteile von Vogtareuth zum Abkochen des Trinkwassers aufrufen. In einer Probe tauchten ein paar Keime und vor allem zwei Enterokokken auf. „Das sind zwei zuviel“, hält Oberberger fest.
Oberberger chlort seit Freitag, 11.September wieder das Trinkwasser, aber bis der entsprechende Chlorgehalt erreicht ist, muss abgekocht werden. Und zwar in folgenden Gemeindebereichen: Vogtareuth Hauptort sowie Am Kapellenfeld, Kapellenweg, Kreuzstraße, Haid, Eglham, Gewerbegebiet, Winkl, Ried, Lueg und Weikering 9, 15, 17. Nicht betroffen sind laut Oberberger die Schön Klinik und das Reuther Feld, die an der gemeindlichen Wasserversorgung hängen.
Oberberger war gestern mit Mitarbeitern des Gesundheitsamtes unterwegs, auch gemeinsam war keine Ursache zu finden, „ist es fast nie“, so die Erfahrung der Wasserversorger. Das sei ja das Schlimme, so der Wasserverbandsvorsitzende, denn sonst könne der Verband ja etwas tun. So bleibt nur, die gesamte Wasserversorgung über den Brunnen 6 laufen zu lassen, die Brunnen 1 bis 5 sowie die Wasserbehälter zu reinigen und zu desinfizieren und die Leitungen zu spülen. Und immer wieder Proben zu ziehen.
Dass sein Verband jetzt das zweite Mal kurz hintereinander Keime und Enterokokken in einer Wasserprobe hat, das hat Oberberger hart getroffen. „Es ist frustrierend, auch weil wir so wenig dagegen tun können.“ Denn als Ursache reiche es auch schon, wenn eine Person, die die Probe in der Hand hat, diese Hand nicht vernünftig gewaschen hat. „Rauskriegen werden wir das nie.“