Friede nach fast 50 Jahren Zwist

von Redaktion

Hang am Sportplatz rutscht nicht mehr – Sanierung ist in vollem Gang

Eggstätt – Seit den 70er-Jahren wird wegen eines rutschenden Hangs am Sportplatz in Eggstätt gestritten. Nach fast 50 Jahren hat der Spuk nun ein Ende: Die Sanierung des Hangs ist in vollem Gange – und soll früher als geplant fertig sein. Einen freut das ganz besonders: Anwohner Georg Obermeier, dessen Hausmauern durch den rutschenden Hang Risse erlitten haben. „Ich bin sehr zufrieden. Der neue Gemeinderat hat sich dafür eingesetzt, dass endlich etwas weitergeht“, sagt er.

Alles begann mit
dem Bau der Tribüne

Ein Rückblick: Laut Obermeier rutscht der Hang schon seit den 1970ern, als die Gemeinde am benachbarten Sportplatz eine Tribüne errichten ließ (wir berichteten). Schon seine Eltern hätten deswegen mit der Gemeinde gestritten, sagt Obermeier. Für die Tribüne sei der Hang, auf dem auch Obermeiers Haus steht, zum Teil abgetragen und der Gehweg, der zwischen Grundstück und Sportplatz verlief, beseitigt worden. Der Neigungswinkel war laut Obermeier anschließend so groß gewesen, dass der Hang seitdem rutsche. Die Folge: Risse in der Hausmauer, die Obermeier auf Fotos dokumentierte. Nach mehreren Anträgen hätte 2010 die Gemeinde zugesagt, den Hang zu befestigen, jedoch wollte der Finanzausschuss damals die Mittel letztlich doch nicht einsetzen.

„Anfang des Jahres bin ich nochmals auf die Gemeinde zugegangen“, berichtet Obermeier. Im April habe der alte Gemeinderat der Sanierung schließlich zugestimmt und das neue Gremium die Entscheidung im Mai bestätigt. Daraufhin habe der Eggstätter der Gemeinde eine Frist gesetzt. „Sofern die Arbeiten bei einer laut Planer zweimonatigen Bauzeit nicht bis zum 5. September starten, lasse ich danach niemanden mehr auf mein Grundstück.“ Denn die Hangsanierung auf der Seite des Sportplatzes vorzunehmen, ist deutlich teurer geworden.

Dem stimmt Zweiter Bürgermeister Hans Plank jun. zu: „Die zweite Variante wäre bautechnisch deutlich aufwendiger und kostspieliger gewesen.“ Plank übernahm die Rolle des Ansprechpartners in dieser Angelegenheit. Denn mit Bürgermeister Christian Glas ist Georg Obermeier schon seit Jahren über Kreuz. Die Federführung für das Projekt liege aber nach wie vor bei Bürgermeister Glas, die bautechnische Verantwortung beim neuen Bauamtsleiter Bernd Ruth. Eine Versöhnung ist laut Obermeier nicht absehbar. „Die Gemeinde ist aber sehr froh, dass wir dieses Projekt nach Jahrzehnten endlich umsetzen können“, sagt Plank. Im Gemeinderat sei man einhellig der Meinung, dass es schon längst gemacht gehöre, so der Zweite Bürgermeister. Am 24. August rollten schließlich die Bagger an.

Die Sanierungskosten sind laut Plank in den diesjährigen Haushalt eingestellt worden. Bislang läge man mit dem Baufortschritt gut in der Zeit und werde voraussichtlich früher als geplant fertig. „Bis Ende des Jahres haben wir Zeit“, so Plank.

Laut Auskunft von Bauamtsleiter Bernd Ruth wird für die Stützung des Hangs eine spezielle Technik verwendet, die auch im Straßenbau zum Einsatz kommt, ein sogenannter Randbalken auf Injektionsbohrpfälen. „Dabei werden Mikrobohrpfähle in die Erde gesetzt, die anschließend mit einer Zementsuspension betoniert werden und den Hang stützen“, erklärt er. Darauf wird der Randbalken befestigt. „Auf der Südseite kommt noch eine Gabionenwand drauf, auf der Nordseite wird ein Maschendrahtzaun errichtet“, sagt Ruth. Später soll die Hangseite zum Sportplatz hin bepflanzt werden.

Bürgermeister hofft auf friedliche Zukunft

Bürgermeister Glas erklärte, dass der Zwist zwischen ihm und Georg Obermeier, nichts mit der Hangsanierung zu tun hätte. „Der Bau war dringend notwendig und es ist gut, dass dieses Thema mit der Sanierung einen Abschluss gefunden hat“, sagt er und fügt hinzu: „In der Hoffnung es möge nun Frieden einkehren.“

Inzwischen hat sich ein neuer Streitpunkt zwischen Obermeier und der Gemeinde aufgetan. Es geht um die Kostenübernahme für die Pflasterarbeiten, die durch den Bau auf seinem Grundstück entstanden sind. „Da stelle ich mich jetzt quer“, sagt Obermeier. Die Gemeinde habe jede Menge Geld gespart, indem er zugesagt hatte, die Arbeiten von seinem Grundstück aus zu erledigen, meint Georg Obermeier.

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