Riedering – Einstimmig stimmte der Riederinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung für die Einrichtung weiterer Haltestellen im Rahmen des Anruf-Sammeltaxis (AST), dem die Gemeinde seit 1. Oktober 2018 angeschlossen ist. Künftig sollen 45 (statt der bisherigen 29) Haltestellen durch das AST, das auch Rosenheim und Stephanskirchen bedient, angefahren werden.
Bürgermeister Christoph Vodermaier (FWGR) erwähnte weiter, dass eigentlich 35 Haltestellen geplant waren, um Lücken im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu schließen. Da aber die Firma Reiter dagegen geklagt hatte, konnten anfangs nur 29 Haltestellen in Riedering in Betrieb genommen werden. Zwischenzeitlich sei diese Klage wieder zurückgenommen worden, sodass nun den fehlenden sechs Haltestellen in Schlipfing/Tiefenthal am Wald, Petzgersdorf, Reitl, Tiefenthal, Patting und Holzen nichts mehr im Wege stehe. Zusätzlich sollen noch zehn weitere Haltestellen eingerichtet werden, um jedem Gemeindeeinwohner eine maximale Entfernung von 500 Metern zum nächsten AST-Haltepunkt zu ermöglichen.
Vodermaier merkte weiter an, dass die Laufzeit des Vertrags mit dem Stadtwerken Rosenheim und der Gemeinde im Herbst 2021 endet und dass das Gremium im kommenden Frühjahr über eine Vertragskündigung oder -verlängerung entscheiden müsse. Und: „Je nach Auslastung der einzelnen Fahrzeuge ergibt sich das von der Gemeinde zu tragende Defizit.“
Vodermaier warb für das AST, in seinen Augen ein „gutes Netz,“ der ÖPNV sei „nicht gut aufgestellt.“ Georg Kasberger (CSU) forderte eine Aufstellung der bisherigen Kosten, nicht dass es „langfristig zu teuer“ sei, und erinnerte daran, dass die Zustimmung zum AST-Beitritt im damaligen Gemeinderat „eine schwere Geburt“ war.
Skepsis bei den Gemeinderäten
Auch Josef Lindner (BWGN) warnte vor hohen Kosten. Damals sei von AST-Seite gesagt worden, dass die Gemeinde mit 20000 bis 25000 Euro Kosten pro Jahr rechnen müsse. Auch Josef Loferer (FWGR) verlangte eine Statistik zu Kosten und Auslastung. Die Verbesserung des ÖPNV, sei ja gut, aber müsse auch einer echten Bedürftigkeit entsprechen. Er wisse von berufstätigen Pendlern, die nachts lieber das AST-Taxi für 7,80 Euro nehmen als ein normales Taxi, das 20 Euro für die Fahrt verlange.
Bürgermeister Vodermaier erklärte, dass die Verantwortlichen von einer wochentags gleichmäßigen Auslastung berichtet hätten. Man könne einen AST-Vertreter zu einer der nächsten Sitzung einladen. Kämmerer Wolfgang Eberle fügte hinzu, dass die gemeindlichen AST-Kosten derzeit um die 5000 Euro pro Monat betragen. Aufgrund von Corona sei es aber schwer, Aussagen zur Auslastung zu treffen. Denn derzeit seien nur Einzelfahrten und keine Sammelfahrten möglich. Ebenso wenig könne er vorhersagen, wie die neuen Haltestellen angenommen werden.
Irmgard Wagner (SPD) brachte ihre Idee des Mitfahrbankerls wieder ins Spiel, auch wenn sie nichts gegen das AST habe. Bürgermeister Vodermaier beendete die Debatte, es gehe um die Einführung der noch ausstehenden Haltepunkte in Anisag, Baunigl, Bergham, Heft, Kinten, Mitterfeld, Obermoosen, Schmidham, Stuhlrain und Unterputting. Einstimmig wurde der Einführung der neuen Haltestellen zugestimmt und der Bürgermeister beauftragt, mit den Stadtwerken Rosenheim den Betriebsvertrag entsprechend zu ändern.