Durchfahrtsverkehr bleibt Hauptproblem

von Redaktion

Bürgerinitiative „Pro Halfing“ lädt zu Infoabend mit Bürgermeisterin Regina Braun

Halfing – „Halfing – charmant und vielseitig“ lautet das Motto der Chiemgau-Gemeinde. Doch für viele Bürger scheint es Nachholbedarf zu geben, damit dieses auch wirklich erfüllt ist. Dazu gehört auch Hildegard Rieder-Aigner. Schon 2013 kämpfte sie mit der von ihr gegründeten Bürgerinitiative (BI) „Pro Halfing“ dafür, dass die Gemeinde „lebens- und liebenswerter“ wird. „Man darf ein Dorf nicht so verkommen lassen“, sagt sie. Jetzt formiert sich die Bürgerinitiative neu. Das Ziel: Die Debatte um die Ortsentwicklung neu aufleben lassen und endlich etwas ändern.

Neuer Anlauf für
Umgehungsstraße

Sieben Jahre nach der Gründung der Bürgerinitiative und einem gescheiterten Versuch, die Halfinger Bürger von der Notwendigkeit einer Umgehungsstraße zu überzeugen, startet die BI einen neuen Versuch, die Ortsentwicklung nachhaltig voranzutreiben. Denn jeder Halfinger sollte, so Rieder-Aigner, „pro Halfing, also für Halfing“ sein. Einer der Schwerpunkte bleibt – wie 2013 – der Verkehr im Ortskern. Denn durch das Gemeindegebiet laufen die Staatsstraßen 2079/2092 und 2360, die sich in der Ortsmitte kreuzen.

„Vor allem in den frühen Morgenstunden und am Abend donnert der Schwerverkehr durch den Ort“, berichtet Rieder-Aigner. Denn Halfing liegt auf der Achse Landshut – Prien, warum viele Lkw-Fahrer wohl lieber diese Trassen wählen, „um keine Maut zu zahlen“, so die Halfingerin. Am Wochenende rollten dann die Chiemsee-Ausflügler an: „Eine Blechlawine ohne Ende“, schimpft die Gründerin der Bürgerinitiative.

Schon 2013 kämpfte Rieder-Aigner mit „Pro Halfing“ für eine Umgehungsstraße. Die Gemeinde ließ damals die Bürger abstimmen, ob der Plan weiterverfolgt werden soll. Gut zwei Drittel der Bürger haben sich bei der Befragung dagegen entschieden. Der Flächenverbrauch und die Tatsache, dass Straßenbau Angelegenheit der Regierung von Oberbayern ist und die Gemeinde kein Mitspracherecht beim Bau hätte, überzeugte die Halfinger, gegen eine Umgehung zu stimmen. Der Gemeinderat lehnte daraufhin im Dezember 2013 den Beschluss ab, dass Halfing den Bau in Auftrag gebe.

Dazu beigetragen, dass sich viele kurzfristig umentschieden hätten, hat laut Rieder-Aigner ein Flyer, verfasst von den „Haslacher und Irlacher Familien“, der damals kurz vor der Abstimmung in den Briefkästen landete und in dem gegen das Vorhaben argumentiert wurde.

Sieben Jahre und etliche Laster, die durchs Dorf rollten, später, versucht es Rieder-Aigner noch einmal. Dazu waren sie und einige ihrer Mitstreiter bei Bürgermeisterin Regina Braun vorstellig. Die Rathauschefin findet es sinnvoll, das Thema nochmals aufzugreifen: „Im Rahmen des derzeit laufenden integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts in der Städtebauförderung rückt natürlich auch der Verkehr wieder in den Mittelpunkt“, sagt sie. Dieser sei nicht weniger geworden und werde wohl auch durch die Westtangente nicht aus Halfing rauszukriegen sein.

Um Transparenz seitens der Gemeinde herzustellen, sollen bei einem Informationsabend von „Pro Halfing“ am 22. Oktober im Rathaus die Bürger nochmals die Möglichkeit bekommen, sich über die Anliegen der BI zu informieren. Dazu gehört, neben der Verkehrsentlastung in der Ortsmitte, auch die Ortsgestaltung.

Eine Lösung
für alle muss her

„Eine Spaltung in zwei Lager wie vor sieben Jahren soll diesmal vermieden werden“, so Braun. Stattdessen wolle man zum Wohl aller Halfinger handeln: „Pro Halfing‚ ist ja, wie der Name sagt, für Halfing. Aber wir müssen die Bedenken der Gegner genauso ernst nehmen, wie die durch den Verkehr geplagten Anwohner“, sagt die Rathauschefin.

Austausch mit Bürgermeisterin

Die Bürgerinitiative „Pro Halfing“ formiert sich neu und lädt am Donnerstag, 22. Oktober, um 19.30 Uhr zu einem Informationsaustausch mit Bürgermeisterin Regina Braun ein. Die Einladung richtet sich an alle, die sich aktiv für die Ortsentwicklung von Halfing einsetzen wollen. Das Treffen findet statt im Sitzungssaal des Rathauses. Eine verbindliche Anmeldung ist im Zusammenhang mit Corona zwingend erforderlich, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen bitte per E-Mail an Initiative.Pro.Halfing@gmail.com.

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