Tradition zu Ehren der Muttergottes

von Redaktion

Auftakt der Reihe der „Goldenen Samstage“ in Kirchwald

Nußdorf – Der goldene Herbst hält wieder mit seinen prächtigen Farben Einzug. Passend dazu wurden vergangenes Wochenende die „Goldenen Samstage“ in der Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung in Kirchwald eingeläutet. Dieses sakrale Kleinod, das vom Aiblinger Stadtbaumeister Wolfgang Dientzenhofer (1678 bis 1747) erbaut wurde, ist im Oktober Ziel mehrerer Wallfahrer. Denn nur noch wenige Wallfahrtsorte halten an jenen Tagen Messen ab. In Nußdorf ist diese Tradition noch fest verankert.

Geistlicher Besuch
aus der Nachbarschaft

An den ersten drei Samstagen im Oktober wird jeweils um 7, um 8 Uhr und um 9 Uhr ein Gottesdienst gefeiert. Der erste „Goldene Samstag“ fiel in diesem Jahr auf den Tag der Deutschen Einheit. Coronabedingt und aufgrund des milden Föhnwetters wurden die Gottesdienste an einem eigenen Altar unter freiem Himmel zwischen Kirche und Klause gefeiert.

Den Frühgottesdienst zelebrierte Pfarrer Christoph Rudolph von der Pfarrei Nußdorf. Die weiteren Gottesdienste hielt Pfarrer Thomas Schwarzenberger ab. Der Geistliche der Pfarreien Erl und Niederndorf aus dem Dekanat Kufstein war bereits zum dritten Mal zu Gast in Kirchwald.

Die kirchlichen Vorbereitungen unterstützte neben Ehrenamtlichen der Pfarrei Nußdorf auch Bruder Damian, der seit einem Jahr und sieben Monaten Bewohner der Klause in Kirchwald ist. Für ihn ist es nun das zweite Mal in Folge, dass er die „Goldenen Samstage“ miterleben darf: „Dass die Tradition hier in Nußdorf weiterlebt, finde ich wunderschön“, so der Ordensmann.

Mit dem Auftakt der „Goldenen Samstage“ war Bruder Damian zufrieden. Für ihn ist die Einsiedelei ein heiliger Ort, an dem die Tradition der „Goldenen Samstage“ eine hohe Bedeutung hat: „Mögen auch an den nächsten Samstagen Wetter, Besuch und Atmosphäre so gut sein, wie zum heurigen Auftakt.“

Auf Nachfrage erklärte Pfarrer Rudolph, dass am letzten „Goldenen Samstag“ auch Bruder Marinus Parzinger (Kapuziner aus Altötting) kommen wird. In den vergangenen Jahren sei es immer schwieriger geworden, einen Pfarrer für die „Goldenen Samstage“ zu finden. Umso schöner sei es, dass Pfarrer Thomas Schwar- zenberger aus Tirol seit drei Jahren seine Unterstützung anbietet.

Fruchtbar für das
„Heil der Seelen“

Warum aber spricht man von „Goldenen Samstagen?“ Rudolph bezieht sich dabei auf das Buch „Kirchwald. Wallfahrtskirche und Einsiedelei am Heuberg Pfarrei Nußdorf/Inn“ von Frater Marianus. Darin steht geschrieben, dass die „Goldenen Samstage Tage der inneren Erneuerung“ waren, an denen die Menschen ihre Seelen durch eine Beichte reinigten.

Durch das Pilgern zur Gnadenmutter von Kirchwald konnte man sich von seinen Sünden freisprechen und sich „Segen und neue Kraft“ holen. Deshalb, so heißt es, wurden jene Samstage als „Die Goldenen“ bezeichnet. Weil sie „so fruchtbar waren für das Heil der Seelen“.

Die drei Samstage

Immer die ersten drei Samstage nach Michaeli (29. September) werden als „Die Goldenen Samstage“ bezeichnet. An diesen Tagen soll die Gottesmutter Maria in besonderer Weise verehrt werden. Am ersten Samstag wird Maria als Tochter des Ewigen Vaters verehrt. Der zweite Samstag findet zu Ehren der jungfräulichen Mutter des göttlichen Sohnes statt, und am dritten wird Maria als die Braut des Heiligen Geistes angebetet.

Quelle: Frater Marianus: Kirchwald.

Wallfahrtskirche und Einsiedelei am Heuberg

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