Der Supermarkt kommt

von Redaktion

Gemeinderat Riedering behandelt Bebauungsplan und Bauantrag

Riedering – Mit Zweidrittelmehrheit votierte der Riederinger Gemeinderat sowohl für die Satzung für den Bebauungsplan „Sondergebiet Lebensmittelmarkt Riedering – südöstlich der Mehrzweckhalle“ als auch für den Bauantrag des Lebensmittelmarktes mit zwei Büros, neun Wohnungen und einer Tiefgarage.

Behörden haben
keine Bedenken

Schon seit Jahren ist die Nahversorgung in Riedering ein viel diskutiertes Thema, in einem Bürgerentscheid vor zwei Jahren stimmten die Riederinger schließlich für den Markt mit Wohnungen nahe des Ortszentrums (wie berichtet). Mehrmals wurde der Bebauungsplan ausgelegt und geändert, in der jüngsten Sitzung ging es erneut um eingegangene Stellungnahmen.

Architekt Ferdinand Feirer-Kornprobst fasste diese zusammen. 23 Träger öffentlicher Belange hatten keine Bedenken oder meldeten sich nicht. Und auch die Bedenken von sieben weiteren Behörden erforderten keine Änderungen im Bebauungsplan, so Feirer-Kornprobst. Die Abteilung Hoch- und Tiefbau des Landratsamtes beispielsweise merkte das Freihalten von Sichtdreiecken an. Solche Details der Querungshilfe, so der Architekt, sind nicht Bestandteil des Bebauungsplanes, sondern werden im Zuge der Detail- und Ausführungsplanung mit dem Sachgebiet Hoch- und Tiefbau abgestimmt. Gegen die Stimmen von Irmgard Wagner (SPD) und Sebastian Hamberger (WGS) votierte das Gremium dafür, dass die Anmerkungen der Behörden keine weitere Änderung des Bebauungsplanes notwendig machten.

Eine weitere Stellungnahme kam von einem Bürger, der unter anderem über eine Verschattung seines Grundstücks durch den Neubau und ein zu erwartendes höheres Verkehrsaufkommen klagte. In dem Schreiben wurde auch nach der Einhaltung des Artenschutzes und der Notwendigkeit von Wohnungen über dem Supermarkt gefragt. Feirer-Kornprobst verwies auf die verschiedenen Gutachten hinsichtlich Verkehr und Verschattung – laut Gutachten nicht einmal im Winter gegeben – sowie die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung. Durch die Verschiebung des Baus um drei Meter nach Süden (dies hatte der Bauwerber nach der letzen Sitzung zugesichert, Anm. der Red.) würden alle Belange, die der Einwender vorgetragen habe, noch mal verbessert. Und generell bestehe in Riedering Bedarf an Mietwohnungen. Gegen die Stimmen von sechs Räten quer durch alle Fraktionen stimmten die übrigen 15 Gemeinderäte dafür, dass diese Bedenken keine Änderungen im Bebauungsplan erforderten. Auch der Satzungsbeschluss erging mit 15:6.

Danach stand der Bauantrag für den Neubau des Lebensmittelmarktes auf der Tagesordnung. Laut Feirer-Kornprobst seien die Festsetzungen des Bebauungsplanes eingehalten. Die Zufahrt über die Tinninger Straße sei gesichert, „die Nachbarunterschriften sind nicht vorhanden,“ und ein prüffähiger Entwässerungsplan sei noch nachzuweisen.

Thomas Grüber (CSU) hakte bei den 19 als Überschuss ausgewiesenen Stellplätzen nach, woraufhin sich eine lange und hitzige Debatte entspann. Sebastian Hamberger (WGS) beispielsweise befand, dass es „immer zu viele Parkplätze bei allen Supermärkten“ gebe, während Christine Kreuz (FW) darauf verwies, dass zu Stoßzeiten immer ParkChaos beim Supermarkt herrsche. Josef Loferer (FW) meinte: „Mich stört, dass es jetzt stört“, die Parkplatzanzahl sei „ein unverständlicher Einwand.“

Karl Rothmayer (SPD) sah eine Entzerrung des Parkaufkommens, da der Supermarkt schließlich nahe Kindergarten, Grundschule und Mehrzweckhalle stehe. Das sei „eine Win-win-Situation“.

Entscheidung der Bürger umsetzen

Dr.Georg Kasberger (CSU) äußerte sich ähnlich: Monatelang habe man debattiert, jetzt müsse man das Ganze „mal zu Ende bringen.“ Richard Mühlbauer (FBP) verwies auf den Bürgerentscheid, bei dem sich die Mehrheit der Riederinger für den Standort Tinninger Straße ausgesprochen habe: „Ich bin nicht dafür gewesen, aber ich mache es für die Bevölkerung.“

Mit 15:6 erteilten die Gemeinderäte dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen.

Investor will schnell loslegen

Stefan Inhauser von Immobilien Chiemgau Conzept, der den Supermarkt bauen wird, will so bald wie möglich mit den Arbeiten anfangen. Allerdings müsse der Fließsand im Untergrund gehärtet werden. Da die Methode wasserabhängig ist, könne ihm der Winter einen Strich durch die Rechnung machen. Spätestens im Februar gehe es los, falls das Wetter vorher nicht mitspiele. Die Übergabe des fertigen Marktes an den Betreiber sei auf alle Fälle Anfang November 2021.

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