Bad Endorf – In weniger als drei Wochen ist es soweit: Am 11. November um 11.11 Uhr wird wieder die Faschingszeit eingeläutet. Doch es bleibt still: Buntes Faschingstreiben, Bälle und die Vorstellung der Prinzenpaare fallen diese Saison flach. In Zeiten von Corona, in denen vor allem rauschende Feste, bei denen viele Menschen gemeinsam feiern, schuld an steigenden Infektionszahlen sind, steht die Sicherheit im Vordergrund. Deswegen hat sich die Faschingsgilde Bad Endorf schon kurz nach den Sommerferien entschieden, den Fasching 2021 abzusagen.
Lockdown legte
Vorbereitungen lahm
„Es war lange nicht möglich, irgendetwas vorzubereiten“, berichtet Karl Zöberer junior, Vorsitzender der Faschingsgilde Bad Endorf. Bis zum Beginn des Sommers konnten weder die Tanzgruppen trainieren, noch gab es Versammlungen. Auch die Gewänder für das Prinzenpaar konnten nicht in Auftrag gegeben werden.
Normalerweise beginnen die Vorbereitungen für die kommende Faschingssaison schon früh – getreu nach dem Motto „Nach dem Fasching ist vor dem Fasching“ startet die Endorfer Faschingsgilde laut Zöberer Ende April. „Wir haben immer viele akrobatische Elemente in unseren Choreografien. Da muss man früh loslegen“, so der Vorsitzende. Heuer war das mitten im Lockdown und daher unmöglich.
Dabei sei auch das Motto schon gestanden. „Verraten wird nichts“, sagt Zöberer. Auch darüber, wer in diesem Jahr das Prinzenpaar geworden wäre, schweigt er sich aus. Jetzt müsse man schauen, ob die beiden unbekannten Tollitäten im nächsten Jahr auch noch zur Verfügung stünden, oder ob ein anderes Paar auserwählt wird.
Lange habe man hin und her überlegt. Aber schon im Sommer habe sich angedeutet, dass dieses Jahr die fünfte Jahreszeit ausfallen wird. „Für uns als Veranstalter kommt es nicht in Frage, dass wir Feste feiern, bei denen es am Ende Infizierte gibt. Den Schuh wollen wir uns nicht anziehen.“ Ein zweites Hainsberg (Nordrhein-Westfalen), wo Ende Februar eine Karnevalsfeier zum Super-Spreader-Event wurde, wolle man in Bad Endorf vermeiden, so Zöberer.
Zwar habe der Bund Deutscher Karneval (BDK) Vorschläge geschickt, das Faschingstreiben nach draußen zu verlegen, diese seien aber laut Zöberer so nicht machbar.
Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer findet die Entscheidung über die Absage aller Faschingsveranstaltungen bedauerlich, aber auch konsequent und verantwortungsbewusst. „Es ist wirklich schade, weil unsere Faschingsgilde mit der Show-Tanzgruppe Hurricanes in der gesamten Region bekannt ist“, sagt er. Dennoch: „Fasching auf Distanz funktioniert nicht.“
Die Gemeinde versuche so gut es gehe, die Lebensqualität durch kulturelle Veranstaltungen zu bewahren. Diese seien Teil der Gesellschaft, die durch die Pandemie weggebrochen sind. Jedoch können diese nur unter Vorbehalt stattfinden. „Ich hoffe, dass unsere Faschingsgilde mit Zusammenhalt dieses Jahr überbrücken und 2022 wieder durchstarten kann“, so der Bürgermeister.
Gemeinsames
Training findet statt
Trotz der Absage sei die Stimmung bei den Endorfer Narren gut. „Die Hurricanes trainieren derzeit einmal pro Woche“, sagt der Vorsitzende der Faschingsgilde.
So blieben die Mitglieder in Kontakt und in Bewegung. Auch finanziell kommt der Verein über die Runden: „Wir haben zwar ein Jahr lang keine Einnahmen, aber auch keine Ausgaben.“
Nächstes Jahr feiert die Faschingsgilde ihr 50. Jubiläum. Wie sie dieses feiern wollen, sei derzeit noch unklar. „Ende Mai, Anfang Juni stehen Neuwahlen im Vorstand an“, erklärt Zöberer. Eine zusätzliche Veranstaltung könne sich die Faschingsgilde – wenn möglich – aber schon vorstellen.