Stephanskirchen – Es war, wie so häufig, wenn es im Ort um Verkehrsthemen geht: Die Gemeinde ist gar nicht zuständig. Parallel zum Stadtradeln im Sommer gab es einen Testlauf der Meldeplattform „RADar“. Die Meldeplattform ist ein onlinebasiertes Bürgerbeteiligungs- und Planungsinstrument, um den Fahrradverkehr in ihrer Kommune zu verbessern. Von den 52 Rückmeldungen betrafen 26 die Staatsstraßen im Gemeindegebiet.
„Diese fünf Staatsstraßen im Gemeindegebiet sind eine Stephanskirchener Besonderheit“, so Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) bei der Bekanntgabe der Rückmeldungen in der Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses.
Denn die Straßen nach Wasserburg, Bad Endorf, Riedering, Rohrdorf und Rosenheim sind auch die Hauptstraßen im Ort. Es sei schwierig bis unmöglich, den Bürgern verständlich zu machen, dass die Gemeinde keinen Einfluss darauf habe, was an und mit diesen Straßen geschehe, so Geschäftsleiter Georg Plankl.
Die 26 Rückmeldungen seien von der Gemeinde sofort an die zuständigen Stellen im Straßenbauamt oder im Landratsamt weitergeleitet worden, er bemühe sich seit Wochen vergeblich um einen Termin für eine Gesprächsrunde, so Plankl.
13 Rückmeldungen betrafen Gemeindestraßen und wurden sofort an den Bauhof weitergeleitet und von diesem sehr schnell bearbeitet, so Plankl. Der Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde, Frank Wiens, bestätigte das und fügte schmunzelnd hinzu, er habe seitdem einen sehr kurzen Draht zum Bauhof, die Zusammenarbeit sei toll.
Zwei Mitteilungen betrafen Rohrdorfer Gemeindegebiet, wurden weitergegeben. Fünfmal ging es um Geschwindigkeitsüberschreitungen oder unschöne Parksituationen, „das übernimmt am Jahreswechsel die kommunale Verkehrsüberwachung“, so Mair.
Zwei Handvoll Rückmeldungen waren grundsätzlicher Natur. Die Vorschläge seien registriert, aber bestenfalls mittelfristig umzusetzen, hieß es in der Sitzung. „RADar“ auf Dauer einzurichten hielt die Verwaltung nicht für besonders sinnvoll, zumal sich die Stephanskirchener ohnehin telefonisch, persönlich oder per E-Mail an die Gemeinde, poststelle@stephanskirchen.de, und den Radverkehrsbeauftragten, fahrrad-stephanskirchen@web.de, wenden könnten. Sylvia Hampel