Höslwang – Die Belebung der Dorfmitte ist das zentrale Ziel der Dorferneuerung. Doch in den vergangenen Jahren konnte wenig umgesetzt werden, das sich die Mitglieder der Teilnehmergemeinschaft vorgenommen hatten.
Projektbeginn
September 2013
Ende 2009 hatte die Gemeinde beim Amt für ländliche Entwicklung (ALE) die Dorferneuerung beantragt, um die Nutzung des alten Pfarrhofes und die Gestaltung der Ortsmitte voranzubringen. Aufgrund der guten Vorarbeit leitete das ALE im September 2013 die Dorferneuerung ein. „Das 53 Hektar große Verfahrensgebiet umfasst die beiden Orte Höslwang und Unterhöslwang, sowie die ortsbildprägende Hangkante“, so Günther Hegele, Sprecher des ALE. Drei Millionen Euro würden die geplanten Vorhaben kosten, so die damalige Schätzung, die Förderung begrenzte das ALE auf 800000 Euro.
Das Nutzungskonzept für den Pfarrhof stand laut Hegele im Vordergrund, dazu die Verbesserung des Ortsbildes und die Stärkung der vorhandenen Infrastruktur. Bis 2020 sollten die Maßnahmen umgesetzt sein, die Förderung 2023 auslaufen. Das sei jedoch nicht in Stein gemeißelt, könne in begründeten Fällen verlängert werden, so Hegele.
„Die Sanierung des Hohlwegerls war unser Startprojekt“, berichtet Irmgard Parzinger, Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft. Der naturnahe Spazierweg wurde aufgekiest, das Ufer des Baches befestigt und der nahe Weiher sicherheitstechnisch aufgerüstet.
Nachdem 2016 Bürgermeister Josef Eisner überraschend gestorben war, stagnierte die Arbeit der Dorferneuerung. Das zentrale Projekt war, ist und bleibt der alte Pfarrhof und die Frage: Was wird daraus?
Diese Frage ist bis heute unbeantwortet. Zahlreiche Vorschläge seien eingegangen, so Parzinger, und auch die Dorferneuerung habe mehrere Konzepte dazu erarbeitet. Die angedachte Sporthalle ist laut Parzinger für den begrenzten Platz in der Dorfmitte zu groß. Denn die umliegende Infrastruktur – zum Beispiel Parkplätze – müsste an das Vorhaben angepasst werden.
Und genau das ist Ursache des jahrelangen Stillstands der Höslwanger Dorferneuerung. „Alle im Plan vorgesehenen Projekte – mit Ausnahme des Hohlwegerls und der Neugestaltung der Spielplätze – hängen vom Pfarrhof ab“, bestätigt Hegerle auf Nachfrage der Heimatzeitung.
Ende Oktober wurde ein neuer Vorstand der Dorferneuerung gewählt. Mit frischem Wind: „Besonders schön ist, dass nun mit Theresia Loy und Manuela Politz auch zwei Jüngere gewählt wurden“, freut sich Parzinger. Der Vorstand will nun weiter an dem Nutzungskonzept für den Nord- und Westflügel des Pfarrhofs arbeiten. „Dafür muss aber zunächst ein Gemeinderatsbeschluss gefasst werden“, sagt Parzinger. Favorisiert sei ein Bürgersaal mit sportlicher Nutzung.
Den bevorzugt auch Bürgermeister Johann Murner (Parteifreie Bürger). Vormittags könne dort der Sportunterricht für die Grundschüler stattfinden, so Murner, nachmittags und abends wäre Raum und Zeit für die verschiedensten Veranstaltungen der Ortsvereine, darunter auch für Gymnastikgruppen oder vergleichbare Angebote des Sportvereins.
Auch solle man im Hinterkopf haben, dass im alten Pfarrhof bei Bedarf Räume für die Schützen entstehen könnten.
In einem Teil
gewerbliche Nutzung
In einem Teil des Areals ist heute schon gewerbliche Nutzung untergebracht. Wenn dafür mehr Platz geschaffen würde, so auch die Mieteinnahmen stiegen, gefiele das Murner gut, weil das zur Finanzierung der Umnutzung beitrüge. Vorantreiben müsse das der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft in Absprache mit der Gemeinde.
„Wir müssen uns auf einen gemeinsamen Weg verständigen“, so Murner. Sollte dies nicht gelingen, dann müsste sich das ALE tatsächlich überlegen, das Verfahren zu beenden, so Hegele. „Wenn nichts vorangeht, kann das Verfahren mit Bindung von Personal nicht ewig dauern“. Das habe Thomas Kronast, der für die Höslwanger Dorferneuerung zuständige Mitarbeiter, der Teilnehmergemeinschaft auch mitgeteilt.
Die gut 140000 Euro zweckgebundener Fördermittel für die öffentlichen Maßnahmen und die zusätzlich ausbezahlten 50000 Euro für private Projekte müssten nur zurückgezahlt werden, so Thomas Voltmer, im ALE zuständig für die Fördergelder, wenn es sich bei einer Überprüfung zeige, dass es den Verwendungszweck nicht mehr gebe.