Fröschlhäusl wird wiederbelebt

von Redaktion

Gemeinde Obing erwirbt Gebäude von der Pfarrei auf Erbpacht

Obing – Das Fröschlhäusl in Obing hat seinen Besitzer gewechselt. Für den symbolischen Betrag von einen Euro hat die Gemeinde das jahrhundertealte Gebäude an der Kirchenfriedhofsmauer von der Pfarrei auf Erbpacht erworben und damit die Weichen für die Wiederbelebung gestellt. Nach derzeitigem Stand sollen im Fröschlhäusl künftig das Büro für das Quartiersmanagement und ein Lesesaal für die Gemeindebücherei untergebracht werden.

Dorfmitte
aufwerten

„Es ist eine gute Sache“, fanden Bürgermeister Sepp Huber und Pfarrer David Mehlich bei der Schlüsselübergabe übereinstimmend. Für Sepp Huber kommen gleich zwei Punkte zum Tragen: Das renovierungsbedürftige Gebäude soll als Blickfang im Ortskern mit Städtebaufördermaßnahmen saniert werden und Räumlichkeiten für das Quartiersmanagement bieten, die langfristig im Rathaus platzmäßig nicht unterzubringen sind.

Mit dem Angebot, das voraussichtlich im kommenden Jahr anlaufen soll, möchte die Verwaltungsgemeinschaft den Bürgern Hilfestellung und Vernetzungsmöglichkeiten in wichtigen sozialen Fragen geben. Im nächsten Jahr soll laut Auskunft des Bürgermeisters auch mit den entsprechenden Planungen für die Sanierung des Hauses begonnen werden. Pfarrer David Mehlich betonte, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder Gespräche über das Anwesen zwischen der Kirchenstiftung und der Gemeinde gegeben habe.

Das angedachte Nutzungskonzept bewerte er sehr positiv, denn das Quartiersmanagement erfülle eine wichtige Aufgabe zum Gemeinwohl und auch ein zusätzliches Angebot für die Bücherei sei zu begrüßen.

Die Kirchenstiftung hat das Fröschl-Haus 2011 nach dem Tod der Fröschl-Geschwister erworben, um darin Lagerräume für das Leichenhaus zu gewinnen und sich Entwicklungsmöglichkeiten am Kirchenfriedhof offenzuhalten. Mittlerweile habe sich jedoch gezeigt, dass das zusätzliche Platzangebot nicht gebraucht werde, sagte der Obinger Pfarrer.

Um den weiteren Leerstand von dem Haus in ortsbildprägender Lage zu vermeiden, sei das Arrangement mit der Gemeinde deshalb für beide Seiten eine gute Lösung.

Häusl im Ort
fest verankert

Ein Blick in die Obinger Chronik zeigt, dass das Fröschlhäusl von historischer Bedeutung ist… „1620 wurde der Kramerladen an der Friedhofsmauer dem Egid Stöckler verliehen. Ab 1624 durfte Hans Lex auf der Kramersölde Branntwein und Brot verkaufen ,,aber nicht während des Gottesdienstes und nie so viel, daß einer berauscht würde.“ 1854 heißt es: „30 a Meßnerhaus, 30 b Kirchenstiftung-Schule, das läßt annehmen, daß die Schule dann bis 1870 in dem Häusel untergebracht war, das 1810 als gemauerter Kramladen“ dem Saliter Römersberger gehörte.

Die Älteren von uns wissen es noch als Bürstengeschäft des blinden Lorenz Oberleitner, heute gehört es den Geschwistern Fröschl.“ (Aus der 1986 bis 1989 von Walter Mayer verfassten Obinger Chronik „De Obinga im Laufe der Zeit).

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