Ganz offiziell fahrradfreundlich

von Redaktion

Gemeinderat Stephanskirchen stimmt Beitritt zu Arbeitsgemeinschaft zu

Stephanskirchen – Die Gemeinde will ganz offiziell eine fahrradfreundliche Kommune werden. Dafür hatte sich schon der Umwelt- und Verkehrsausschuss ausgesprochen, der Gemeinderat tat dies nun auch.

Die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) nimmt nicht einfach so jeden auf, der dies gern möchte. Wie der Prozess vonstattengeht, darüber hatte Martin Korndoerfer, Klimaschutzbeauftragter in Kolbermoor, die Kommunalpolitiker informiert. Kolbermoor und Bruckmühl sind bisher die einzigen AGFK-Mitglieder im Landkreis.

Landesweites Netz
aus 77 Kommunen

77 bayerische Landkreise, Städte und Gemeinden gehören aktuell dem Netzwerk an, das laut Korndoerfer auf eine Initiative der Staatsregierung zurückgeht. Dem Antrag auf Mitgliedschaft folgt eine „Vorbereisung“, eine Art Bestandsaufnahme, so Korndoerfer. Da werde geschaut, was schon vorhanden ist, was dringend erledigt werden müsse, wo Gefahrenpunkte sind, was in ein Radwegekonzept einfließen kann und muss. Von heute auf morgen gehe das nicht, so Korndoerfer, in Kolbermoor habe der Prozess vier Jahre gedauert. Er habe sich aber neben seiner Aufgabe als Klimaschutzmanager darum gekümmert. Es könne auch schneller gehen, wenn Stephanskirchen die Sache entsprechend vorantreibe.

Die Mitgliedschaft in der AGFK – ein „Zusammenschluss der Willigen“ – halte er für sinnvoll, so Korndoerfer. Auch, weil die AGFK einen sehr kurzen Draht ins Verkehrsministerium habe.

Der Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde, Frank Wiens, hält es angesichts von fünf Staatsstraßen im Gemeindegebiet für gut, sich das Expertenwissen und den Blick von außen der AGFK zunutze zu machen. Dr.Nicole Eckert (Die Grünen) wollte wissen, ob die AGFK da tatsächlich helfen könne, was Korndoerfer bejahte: In Kolbermoor habe der Planer des Verkehrskonzeptes schnell klargemacht, dass Radwege nicht an Staatsstraßen laufen müssten, dass es oft viel bessere Lösungen gebe. Das stieß bei den Gemeinderäten auf sichtbares Interesse.

Beschleunigung
für Radschnellweg

Hubert Lechner (Parteifreie) hofft, dass ein AGFK-Beitritt auch bei der Umsetzung des Radschnellweges Stephanskirchen-Bruckmühl helfen könnte.

Der Mitgliedsantrag hat finanzielle Folgen, wie Geschäftsleiter Georg Plankl auf Nachfrage erklärte. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf etwa 1500 Euro. Das Radwegekonzept und seine Umsetzung seien noch nicht zu beziffern. Dennoch entschied sich der Gemeinderat einstimmig dafür, den Mitgliedsantrag bei der AGFK zu stellen.

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