„Howdy von dahoam!“

von Redaktion

Hans-Georg Althoff aus Oberaudorf hat einen Country-Radiosender gegründet

Oberaudorf – Johnny Cash, Kenny Rogers, Shania Twain, LeAnn Rimes – Hans-Georg Althoff aus Oberaudorf hat sie alle in seinem Regal stehen. Seit seiner Kindheit hört er Country-Musik, hat sich mit zwölf seine erste Platte besorgt. Mittlerweile besitzt er eine beachtliche Sammlung.

Damit mehr Leute an seiner Leidenschaft teilhaben können, hat er vor zwei Monaten einen Internet-Radiosender mit Country-Musik ins Leben gerufen – und das mit 70 Jahren.

Bemerkung ließ
ihm keine Ruhe mehr

„Schuld daran“ war das OVB-Medienhaus, erklärt Althoff lachend am Telefon. Vor einem Jahr habe er mit dem Gartenbauverein Oberaudorf das Verlagshaus, das Sendestudio und die Druckerei besichtigt. Und da habe ein Mitarbeiter eine Bemerkung gemacht, die ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen sei: dass heutzutage eigentlich jeder ein Sendestudio betreiben könne.

„Das hat mir irgendwie keine Ruhe mehr gelassen“, erklärt Althoff. Also hat er angefangen, sich mit der Materie zu beschäftigen – und wagte schließlich den Schritt in die Radio-Welt.

Zuerst habe er sich eines der freien Systeme heruntergeladen und installiert. „Nach einer kurzen Einarbeitungszeit war ich dann in der Lage, eine Sendung automatisch abzuspielen“, sagt er. Auch andere Programme habe er getestet, entschied sich am Ende aber für eine kostenpflichtige Version, was ihm die Möglichkeit bietet, später einmal einen Wetterbericht oder Nachrichten einzubauen. Noch habe er eine kleine Zuhörerschaft. Aber Althoff hofft, dass sich das mit der Zeit ändert. Sein Ziel ist es, mehr Bekanntheit zu erlangen, um später auch mal Werbung einspielen zu können. „Damit könnte ich dann einen Teil der laufenden Kosten kompensieren.“

Viel Energie hat Hans-Georg Althoff schon in sein neues Hobby gesteckt. Sich in die Technik einzuarbeiten, habe Zeit beansprucht, sagt er. Auch zwei Genehmigungen waren erforderlich, um ein Internet-Radio zu betreiben: eine von der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte), und eine von der GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten).

Jetzt allerdings könne er so langsam die ersten Früchte seiner Arbeit ernten: Das Sendeprogramm laufe mittlerweile automatisch ab – und zwar rund um die Uhr: „24 Stunden, sieben Tage die Woche.“ Für einen automatischen Sendebetrieb müssen sich die Lieder aber auf einer Festplatte befinden. „Ich musste dazu erst einmal alle meine CDs rippen“, erklärt der Senior fachmännisch. Übersetzt bedeutet das, dass er die Songs in MP3-Format umgewandelt hat. Monatelang habe er an der Konfiguration gefeilt, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

Aktuell hält sich Althoff mit einer Moderation noch zurück, spielt größtenteils deutsche und englischsprachige Country-Hits ab. Wenn sein Zuhörerstamm allerdings etwas gewachsen ist, möchte er sich auch selbst zu Wort melden.

Und wie steht es um die aktuellen Hörerzahlen? „Die Anzahl der Verbindungen ist kontinuierlich gestiegen“, freut sich der 70-Jährige. Anfangs hatte er nur vereinzelte Zuhörer, mittlerweile habe er bis zu 150 Verbindungen täglich und teilweise auch über zehn gleichzeitig.

Auch mit 70 noch ein Faible für Technik

Althoff ist begeistert davon, was die neue Technik zu bieten hat. Er möchte zeigen: Auch mit fortgeschrittenem Alter kann man sich gegenüber der modernen Technik öffnen.

Und wenn er mit seinem neuen Sendeprogramm bei dem einen oder anderen Zuhörer die Liebe zur Country-Musik wecken kann, habe er sein Ziel erreicht.

Kostenlos reinhören kann man unter www.country-radio.eu.

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