Raubling – Der Countdown läuft: Zum Dienstag, 1. Dezember wird die Raublinger Turnhalle für den Sportunterricht frei gegeben. Mit Kosten von 7,5 Millionen Euro ist sie eines der größten Projekte, die die Gemeinde jemals realisiert hat. „Wir haben damit eine Sporthalle mit absolutem Topstandard“, sagt Bürgermeister Olaf Kalsperger (CSU).
Die Ausgaben seien grob im geplanten Rahmen geblieben – trotz des aktuellen Baubooms, der die Kosten zusätzlich in die Höhe getrieben habe.
Regierung
von Oberbayern
bewilligt Fördergelder
Wie bei jedem öffentlichen Bauprojekt musste auch hier eine europaweite Ausschreibung erfolgen. Nach der ersten Planung seien 7,3 Millionen Euro veranschlagt gewesen, jetzt lägen die Kosten bei 7,5 Millionen Euro.
Als Gemeinde achte man bei so einem Projekt auch darauf, wie viel Fördergelder vom Landkreis einfließen, sagt Kalsperger. In diesem Falle seien 2,21 Millionen Euro von der Regierung Oberbayern bewilligt worden. Knackpunkt sei, dass für die Größe der Gemeinde eigentlich nur eine Förderung für eine Zweifach-Turnhalle vorgesehen wäre. „Aber wir haben hier die Notwendigkeit einbezogen, dass beispielsweise die Handballer die Halle für Punktspiele nutzen können. Deshalb wurde es de facto dann eine 2,5-fach-Halle mit den Außenmaßen 45,6 Meter mal 43,4 Meter“, sagt Kalsperger.
Vom Planungsbeginn bis zur Fertigstellung vergingen drei Jahre. Der konkrete Standort wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht und festgelegt.
Geschickt wurde die Hanglage an dieser Stelle genutzt, um den Hauptzugang auf Höhe des Sportplatzes zu platzieren, während die Halle und auch die Rettungswege auf der Höhe „Im Einfang“ liegen. Kalsperger ist überzeugt: „Wir haben hier ein großartiges Objekt in einer Idealen Lage – zwischen Schule, Sportplatz und Tennisplätzen.“
Diese Investition sei nicht nur für die Raublinger Schulen ein Zugewinn, sondern auch für die örtlichen Sportvereine. So hätten sich die Grundschule Großholzhausen, die Grundschule Nicklheim und die Michael-Ende-Schule bis dato die Turnhalle teilen und auch in der Gemeindehalle trainieren müssen.
Auch die Vereine seien in extremer Platznot gewesen. So musste unter anderem bereits ein ehemaliger Verkaufsraum zur Trainingsmöglichkeit umgestaltet werden.
Neben der eigentlichen Halle, die sich im Untergeschoss befindet und bei Bedarf geteilt werden kann, steht der Erdgeschossebene auch ein Gymnastikbereich zur Verfügung. Dieser könne über eine flexible Trennwand bei Bedarf in zwei Räume getrennt werden.
Fotovoltaikanlage
kann bei Bedarf
nachgerüstet werden
Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich eine Tribüne, die etwa 200 Zuschauern Platz bietet, und eine Küche. Die Technik sei durchdacht und an Raublinger Verhältnisse angepasst.
Die Beheizung der neuen Sportanlage erfolgt über Fernwärme, die als Abfallprodukt bei der Papierfabrik anfällt. Eine Fotovoltaikanlage könnte bei Bedarf nachgerüstet werden.
„Insgesamt“, so resümiert Kalsperger, „sind wir zwar nicht, wie geplant, zum Ende der Sommerferien komplett fertig geworden, aber das ist nicht so schlimm, weil wegen Corona ohnehin kaum Sportunterricht stattfindet.
Aber wenn es wieder losgeht, dann können wir sowohl den Raublinger Schülern als auch allen Sportlern der Gemeinde, Trainingsmöglichkeiten in einer super Sporthalle bieten.“