Halfing – Die Corona-Pandemie und die derzeit rasant ansteigenden Zahlen bringen das öffentliche Leben weitgehend zu einem Stillstand. Doch der Verkehr rollt weiter – auch in Halfing. Zwar musste die Bürgerinitiative „Pro Halfing“ die geplanten Infoveranstaltungen im Oktober absagen. Ausbremsen lassen wollen sich die Initiatorinnen davon aber nicht und greift auf altbewährte Mittel zurück.
Infos kommen
per Handzettel
„Angesicht der Infektionszahlen wäre eine Versammlung derzeit unverantwortlich“, berichtet Christina van der Linden von Pro Halfing. Um die Halfinger Bürger dennoch über die Anliegen der Bürgerinitiative zu informieren, verteilen die Initiatorinnen derzeit gedruckte Infoflyer. Die erste „Ausgabe“ ist bereits in die Briefkästen gewandert, mindestens einmal im Monat – oder wenn es etwas zu berichten gibt – sollen die Bürger ein Update erhalten.
Unterstützung erhält die Bürgerinitiative von der Gemeinde Halfing. Geplant war am 22. Oktober eine gemeinsame Infoveranstaltung mit Bürgermeisterin Regina Braun im Rathaus. Da diese auf 30 Teilnehmer begrenzt und die Resonanz laut van der Linden so groß war, sei ein zweiter Termin angesetzt gewesen.
Beide fielen schließlich aus. Nachdem auch die Bürgerversammlung am 17. November in Halfing abgesagt werden musste, wollen van der Linden und ihre Mitstreiter die Bürger eben schriftlich auf dem Laufenden halten.
Das zentrale Anliegen von „Pro Halfing“ ist die Ortsentwicklung. „Es ist so viel Potenzial in Halfing. Wir wollen die Bürger dazu animieren, die Gemeinde wiederzubeleben“, so van der Linden. Dafür tue die Gemeinde ihrer Ansicht nach schon viel: Beispielsweise sei der Kauf der Reismühle ein mutiger Schritt gewesen, die Ortsmitte aufzuwerten. Die Reismühle sei zwar nicht denkmalgeschützt, dennoch sei sie für Halfing ein Symbol der Tradition.
„Unsere Initiative ist dafür, dass Tradition und Moderne miteinander verbunden werden“, betont van der Linden. Die Reismühle und das geplante Ziel, dort Wohnraum und Geschäfte entstehen zu lassen, seien ein gutes Beispiel.
Ein wichtiges Anliegen bleibt der Verkehr. Denn die Ortsentwicklung sei an die Verkehrssituation geknüpft. „Halfing soll mehr von Menschen und weniger von Autos belebt sein“, meint van der Linden. So werde der Raum attraktiver für Gastronomen oder Einzelhändler sein, sich in Halfing anzusiedeln.
Schon einmal war „Pro Halfing“ mit der Umgehungsstraße gescheitert. 2013 kam es zum Bürgerentscheid und gut zwei Drittel der Bürger haben sich gegen den Bau ausgesprochen.
Bei Bürgermeisterin Regina Braun seien inzwischen einige konstruktive Beiträge gegen eine Umgehung eingegangen: „Wichtig ist, dass es dauerhaft zu keiner Lagerbildung kommt“, sagt sie. Denn die Bürgerinitiative handle, wie der Name „Pro Halfing“ zum Ausdruck bringe, für Halfing.
So soll laut der Bürgermeisterin niemand ausgeschlossen werden. „Wichtig ist, alle an einen Tisch zu holen, und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen“, so Braun. Denn das Problem soll gelöst und nicht an eine andere Stelle verlagert werden: Denn eine Umgehungsstraße zur Verkehrsberuhigung in der Ortsmitte, könnte mehr Verkehr für andere Ortsteile bedeuten.
Durch die Initiative von „Pro Halfing“ erwartet die Bürgermeisterin eine höhere Bürgerbeteiligung, die sie „für richtig und wichtig“ hält. Deswegen habe die Gemeinde auch ihre Unterstützung zugesichert, um das Motto von Halfing, die Gemeinde „lebens- und liebenswert“ zu gestalten, wieder zu erfüllen.
In nächsten Schritt solle nun der Gemeinderat informiert werden. In der nicht-öffentlichen Sitzung werden die Initiatoren von „Pro Halfing“ ihre Vorschläge und Anliegen vorstellen. Der Amtsweg für beispielsweise eine Ortsumgehung ist lang. Und: „Nur wenn der Gemeinderat zustimmt, sich einer Umgehungsstraße neu anzunehmen, wird die Maschinerie angeworfen“, so die Bürgermeisterin.