Ein Überblick über die Gebühren für Erdgräber, Urnengrabstätten und neue Bestattungsformen in der Gemeinde Vogtareuth. Klinger
Vogtareuth – In der Gemeinde Vogtareuth müssen die Bürger ab 2021 mehr für ihrer Gräber bezahlen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Gebühren auf den Friedhöfen in Zaisering und in Vogtareuth zu erhöhen. Außerdem soll es mehr Bestattungsplätze für Urnen geben. Ein Überblick über die neuen Beschlüsse.
Der Zaiseringer Friedhof ist 3400 Quadratmeter groß. Davon werden laut Bürgermeister Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) bald 2000 Quadratmeter für das neue „Wiesenurnenerdgrab“ verwendet werden. Ein langer Name, wie er schmunzelnd zugibt. Dahinter verberge sich im Endeffekt eine Blumenwiese, die annähernd zwei Drittel des Friedhofes einnehme.
Vor dem Urnenfeld
ist Platz für Blumen
Dort sollen die Urnen in Reihen in den Boden eingelassen werden – anonymisiert. An der jeweiligen Stelle selbst wird kein Grabstein an den Verstorbenen erinnern, erklärt Leitmannstetter. Dafür werde am Anfang des Urnenfeldes ein großer Stein sorgen, auf dem Namensschilder angebracht werden können. Dort sei auch Platz für Blumen und Erinnerungsstücke.
Die Besonderheit bei dem Wiesenurnenerdgrab in Zaisering: Jede Urne darf maximal zehn Jahre dort liegen. „Länger nicht“, sagt Leitmannstetter. Deshalb dürften dort nur Urnen verwendet werden, die biologisch abbaubar sind und verrotten. Das sei bisher nicht so gewesen. Die Kosten für einen Urnenplatz belaufen sich auf 42 Euro pro Jahr.
Dass die Urnenbestattung in der Gemeinde Vogtareuth immer populärer wird, beobachte der Bürgermeister schon seit einiger Zeit. „Die Nachfrage steigt“, bestätigt er. Deshalb reagiert die Verwaltung und will auch auf dem Friedhof in Vogtareuth mehr Platz schaffen. Hier seien sieben bis acht Gräber an der Friedhofsmauer entlang geplant. Kleine Felder mit Einfassung, in die bis zu vier Urnen passen. Man könne auch Platten auf die Oberfläche legen oder das Grab schmücken. „So wird es individueller“, sagt Leitmannstetter. Jährlich beläuft sich die Gebühr für die Grabstätte auf 100 Euro.
Aber nicht nur für die Bürger Vogtareuths sind die neuen Urnenbestattungsplätze in Zukunft zugänglich. Der Gemeinderat hat auch für Menschen aus anderen Gemeinden den Weg frei gemacht, Angehörige in Vogtareuth zu bestatten. Theoretisch geht das laut dem Bürgermeister auf beiden Friedhöfen – „vorzugsweise aber in Zaisering“.
Was für jeden gilt, egal ob Vogtareuther oder nicht: die erhöhten Gebühren. Für alle Formen, egal ob Erdgräber oder Urnengrabstätten, müssen die Bürger mehr Geld bezahlen als noch vor vier Jahren. 2015 waren die Kosten zuletzt neu veranschlagt worden, 2016 galten dann die Regelungen.
Ab 2021 muss man in Vogtareuth für ein Kindergrab 35 Euro statt 25 Euro bezahlen. Ein Einzelgrab mit einem Platz kostet durch eine Erhöhung um zwei Euro nun 45 Euro pro Jahr. Hat das Einzelgrab zwei Plätze, also eine Tieferlegung, sind statt 60 Euro 68 Euro fällig. Bei einem Doppelgrab mit zwei Plätzen belaufen sich die Kosten auf 90 Euro (vorher 75 Euro). Bei einem tiefergelegten Doppelgrab mit vier Plätzen hat sich die Gebühr um 30 Euro erhöht, von 90 auf 120 Euro. Ähnlich sieht es bei Urnengrabstätten aus. Für ein Urnenerdgrab, in dem bis zu vier Urnen Platz haben, muss man ab kommenden Jahr 90 Euro statt 80 Euro bezahlen. Eine Urnennische mit zwei Gefäßen kostet außerdem 51 Euro, eine Erhöhung um einen Euro.
Satzung ist im
Internet einsehbar
Der Gemeinderat hat laut Leitmannstetter außerdem kalkuliert, dass in Zukunft 59 Prozent der Betriebskosten der Friedhöfe durch die Gebühren gedeckt würden. Den Rest müsse die Kommune tragen. 2015 war die Deckung über 52 Prozent veranschlagt.
Die neue Satzung zur Benutzung der Friedhöfe und die angehobenen Grabgebühren wurden vom Gemeinderat einstimmig angenommen – laut Leitmannstetter ohne große Diskussionen. Die neuen Sätze werden im Internet einsehbar sein.