Söllhuben/Rosenheim – Sie lieben sich und teilen eine gemeinsame Leidenschaft, die Musik: Nina Wagenstaller (27) und Johannes Engelhardt (30). Die Söllhubenerin und der Rosenheimer haben die Band „JohaNina“ gegründet – mitten in der Corona-Pandemie.
„Zurzeit ist alles so hoffnungslos und still“, sagt Nina Wagenstaller. Sie spricht von der Corona-Pandemie und davon, dass manche Branchen – wie die der Künstler – auf Eis gelegt worden sind.
Die negative Stimmung aber will die 27-jährige Architekturstudentin gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Johannes Engelhardt ändern. Mit ihrer neu gegründeten Band „JohaNina“ wollen sie Mut machen, ein Vorbild sein. Sie wollen nicht aufgeben, sondern den Menschen Freude vermitteln. „Es werden bessere Zeiten kommen“, davon sind beide überzeugt.
Dreimal pro Woche ist
Probe angesagt
Bis dahin machen sie gemeinsam Musik. Beide singen seit ihrer Kindheit. Johannes Engelhardt spielt zudem Gitarre und ist Mitglied in der Festzeltmusikgruppe D‘Rieder aus Pfaffing. Den Gedanken, selbst eine Band zu gründen, habe das Paar schon lange gehabt.
Aber der Beginn der Corona-Krise hätte schließlich den Ausschlag gegeben, sagt Nina Wagenstaller. Seitdem proben sie dreimal pro Woche.
Sie bereiten sich auf das vor, was nach der Pandemie hoffentlich wieder ohne Einschränkungen möglich ist: Auftritte vor Publikum. Auf Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen wollen sie singen. Egal ob auf Deutsch, Englisch, Bayerisch und Spanisch. „Oder auf Oberfränkisch“, so Johannes Engelhardt und lacht laut.
Er kommt ursprünglich aus dem Norden des Bundeslandes und ist vor fünf Jahren nach Oberbayern gezogen. Jetzt unterrichtet er Sport, Technik und Wirtschaft an der Otfried-Preußler-Mittelschule in Stephanskirchen. Hier im Landkreis hat er auch „seine Nina“ gefunden. Die gemeinsame Leidenschaft schweiße die beiden zusammen. „Es stärkt die Beziehung.“
„Während andere zusammen Sport machen, musizieren wir und füllen so unsere Zeit zu zweit.“ Wenn Nina Wagenstaller und Johannes Engelhardt proben, ertönen viele verschiedene Klänge im Raum. Denn auf ein Genre wollen sich die beiden nicht festlegen. Sie möchten eine vielseitige Band sein und hätten ihr Repertoire breit aufgestellt.
So könnten sie später auch besser auf die individuellen Wünsche ihrer Auftraggeber eingehen. „Wir singen alles, von Bon Jovi bis Andreas Gabalier“, betont Nina Wagenstaller. Es mache Spaß, neue Sachen auszuprobieren und die eigene Handschrift in die Lieder miteinzubringen, ergänzt ihr Lebensgefährte. „Wir sind offen für Neues, denn man lernt nie aus.“
Die Freude der beiden hört man auch durchs Telefon. Es mache ihnen im Moment nichts aus, dass sie nicht vor Publikum auftreten können, gestehen die beiden Musiker. Sie genießen stattdessen ihr gemeinsames Projekt, schaffen sich einen Ausgleich zum Corona-Stress. Wenn sie andere Menschen mit ihrer Positivität anstecken können, hätten sie schon eines ihrer Ziele erreicht. Da ist sich das Paar einig. Nina Wagenstaller und Johannes Engelhardt lassen sich Zeit. Jetzt möchten sie erst mal Visitenkarten drucken, Werbung machen und vielleicht irgendwann auf dem Max-Josefs-Platz auftreten. „Nächstes Jahr wollen wir voll durchstarten“, sagt Johannes Engelhardt.