Aschau – Der Aschauer Gemeinderat steht zum geplanten Ausbau der Kampenwandseilbahn. Lediglich Wolf Neelsen (Grüne) stimmte bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates gegen das Projekt und verwies auf die angespannte Parkplatzlage im Bereich der Talstation.
Der Betreiber der Kampenwandseilbahn Eric Zbil beabsichtigt, die bisherige Seilschwebebahn aus dem Jahre 1957 durch eine neue koppelbare Kabinenbahn zu ersetzen und beantragt dazu eine Änderung der Bau- und Betriebsgenehmigung von 2017. Diese sieht eine vollständige Erneuerung der Anlage als neue koppelbare Achter-Kabinenbahn vor (wir berichteten).
Gemeinde erteilte
2016 Einvernehmen
Bürgermeister Simon Frank (ZfA) wies darauf hin, dass dem grundsätzlichen Antrag auf Erneuerung der Kampenwandbahn bereits in der Gemeinderatssitzung vom 9. Juni 2016 das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde.
Der Gemeinderat habe dem Vorhaben damals ohne Einschränkungen zugestimmt. Es gehe – entgegen der Ansicht einiger Gemeinderäte – keineswegs um eine grundsätzliche Diskussion des Sinnes und Nutzens von Bergbahnen, sondern lediglich um das gemeindliche Einvernehmen zu den eingereichten Tektur- und Änderungsplänen von 2019, die 2020 beim Landratsamt Rosenheim eingereicht wurden.
Vor dem Beschluss diskutierte das Gremium ausgiebig die vorgelegten Pläne. Vor allem die Verkehrsproblematik auf der Zubringerstraße und die Parkmöglichkeiten wurden eingehend besprochen. Ein Großteil der Gemeinderäte begrüßte die Ausbaupläne, viele wiesen aber auf die katastrophalen Verkehrsverhältnisse der vergangenen Wochen hin.
Bürgermeister Frank erklärte dazu, dass zweifellos dringender Handlungsbedarf bestehe. Er sei deshalb bereits tätig geworden und verwies auf die seit seinem Amtsantritt auf mehreren Schienen initiierten Möglichkeiten, um zu diesem Thema Lösungen zu finden. Allerdings könnten diese nicht „von heute auf morgen“ umgesetzt werden. „Die Ausarbeitung und Umsetzung von wirksamen Maßnahmen erfordern Zeit und Geduld“.
Monika Schmid und Sebastian Pertl (beide FWG) stellten heraus, dass nicht die Bahn, sondern das allgemein veränderte Freizeitverhalten der Bevölkerung durch die Corona-Pandemie das Problem sei. Zweiter Bürgermeister Michael
Andrelang (CSU) betonte die Bedeutung der Bahn als wichtigen wirtschaftlichen und touristischen Betrieb für Aschau, der bereits in vierter Generation geführt werde und der in der Gemeinde Arbeitsplätze biete.
„Mit den neuen Kabinen erhöht sich die Leistung der Bahn von bisher 450 auf 1530 Personen, die pro Stunde auf den Berg gebracht werden könnten“, mahnte Wolf Neelsen (Grüne). Wenn die Kapazität gesteigert werde, dann vermehrten sich auch die Nutzer.
Derzeit seien es 1800 Personen am Tag, diese Zahl werde nach dem Ausbau wohl ansteigen. Diese Fahrgäste kämen mit dem Auto und wollten möglichst günstig oder gar gratis parken. Die Gemeinde Aschau sei, so Neelsen, auf einen solchen Ansturm nicht vorbereitet.
Auch die Straßenführung durch Hohenaschau mit der Abbiegung zur Talstation sei höchst unglücklich: Durch die Linksabbieger, die durch den Gegenverkehr gebremst und am Abbiegen gehindert werden, werde der Verkehr bis in den Ortsbereich zurückgestaut. Bürgermeister Simon Frank antwortete darauf, dass die Bergbahn-Fahrgastzahlen nach einem Neubau nicht auf die theoretisch möglichen Beförderungszahlen ansteigen, sondern erfahrungsgemäß nur um etwa zehn bis 15 Prozent.
Betreiber kann genug
Parkplätze vorweisen
Zu den Parkplätzen verwies der Rathauschef auf den Genehmigungsbescheid: In diesem war auch die Verpflichtung enthalten, 640 Kfz-Stellplätze nachzuweisen. Dieser Auflage seien die Verantwortlichen nachgekommen und hätten 683 Parkplätze rund um die Talstation aufschlüsselt, die während der Betriebszeiten genutzt werden können.
Mit 18 zu einer Stimme war das Ergebnis dann jedoch mehr als deutlich.