Trauer um beliebten evangelischen Geistlichen

von Redaktion

Nachruf Pfarrer Dietmar Graffenberger ist nach schwerer Krankheit verstorben

Raubling – Im Alter von 62 Jahren ist Pfarrer Dietmar Graffenberger am 4. November seiner schweren Erkrankung erlegen, die ihn schon 2018 in den Vorruhestand zwang.

Damals begründete er seinen Berufsabschied mit dem für ihn kennzeichnenden Humor: In einem Kindergarten hatte ihn ein Junge mit den Worten „Hallo, alter Mann“ begrüßt. Da habe der im Raublinger Gymnasium, über Schülergenerationen hinweg als der „absolut coolste Religionslehrer“ geltende Graffenberger erkannt, es sei genug, und Zeit abzutreten, wie sein Amtskollege, der Brannenburger Pfarrer Thomas Löffler, berichtete. Diese feine Selbstironie zeichnete Graffenberger aus.

Der Verstorbene liebte Musik, Kunst und die Sprache. Er konnte mit Worten „Florett fechten“ und blieb dabei immer den Menschen nah. Er war, so bringt es der Raublinger Bürgermeister Olaf Kalsperger auf den Punkt, „für uns in Raubling einfach unser Pfarrer“.

Die Pfarrstelle baute er mit auf. Er war in dem Raublinger Sprengel, zu dem auch Neubeuern gehört und der Teil der evangelischen Kirchengemeinde in Brannenburg ist, der erste „richtige“ Pfarrer. Bis dahin betreuten Diakone und „Pfarrer zur Anstellung“ die Gemeindemitglieder. Die Chance, hier mitzugestalten, war sicher ein Grund, warum er sich, vom fränkischen Lichtenberg kommend, 1995 auf diese Stelle bewarb.

Von Anfang an waren ihm die drei evangelischen Kindergärten in Raubling besonders wichtig. So hatte nicht nur die Gemeinde in ihm einen kompetenten Ansprechpartner, sondern auch die Mitarbeiter sowie die Kinder eine Bezugsperson. „Er war“, so sagt Pfarrer Löffler, „dabei nicht der Typ Märchenonkel, der die Kinder sofort auf seinen Schoß zog, aber einer, bei dem sie instinktiv spürten: Der mag uns wirklich, ist uns von Herzen zugetan“.

Für Dietmar Graffenberger war die Bildung sowie die Erziehung zu christlichen und humanistischen Werten eine der zentralen Zukunftsaufgaben der Kirche. Er engagierte sich bis zuletzt in der evangelischen Landessynode, war dort im Arbeitskreis Bildung und Erziehung tätig.

Die Kirche sah er als ökumenische Gemeinschaft. Sein befreundeter katholischer Kollege, Pfarrer Josef Hartl schenkte ihm, als die Krankheit ernster wurde, ein Kreuz, das für Pfarrer Graffenberger bis zuletzt wichtig blieb: Als ein Zeichen, dass der leidende Christus dem leidenden Menschen stets nah ist.

Von Pfarrer Dietmar Graffenberger bleibt vor allem das Beispiel, wie viel Leben, Optimismus und Lebensfreude selbst bei schweren äußeren Umständen möglich sind. Ein Vermächtnis, das nicht nur seine Familie weitertragen wird. jt

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