Einfach unbezahlbar

von Redaktion

Heute ist „Tag des Ehrenamtes“

Rosenheim – „Das Ehrenamt ist unbezahlbar“, das hörte man vor ein paar Jahren landauf und landab. Bezahlt werden die vielen ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer nicht. Aber sie haben „ihren“ Tag: Der 5. Dezember ist internationaler Tag des Ehrenamtes.

Nach einer Erhebung des Bundesfamilienministeriums von 2014 (neuere Daten liegen nicht vor), engagieren sich in Bayern rund 47 Prozent der Bevölkerung ab dem 14. Lebensjahr ehrenamtlich. Bezogen auf die aktuelle Bevölkerungszahl sind das knapp 107000 Ehrenamtliche im Landkreis Rosenheim.

„Das Ehrenamt hält unsere Gesellschaft zusammen. Wir alle dürfen sehr stolz darauf sein, dass es im Landkreis Rosenheim so stark ausgeprägt ist“, sagt Landrat Otto Lederer. Die Rettungs- und Hilfsdienste, die Bereiche Soziales, Kirche, Kultur, Sport und vieles mehr seien nur möglich, weil sich viele Menschen in ihrer Freizeit engagieren. „Für diesen persönlichen Einsatz möchte ich Ihnen allen danken. Gerade die Corona-Pandemie zeigt wieder, dass die Gesellschaft nur funktioniert, wenn wir uns gegenseitig helfen und unterstützen“, so Otto Lederer.

Manchmal geht die Unterstützung rund um die Uhr, wie bei Angela Kern, die alleinerziehenden Flüchtlingsfrauen hilft. „Da kann es schon mal sein, dass mitten in der Nacht ein Anruf kommt, weil eines der Kinder Fieber hat.“ Die gelernte Krankenschwester hat auch dann einen Tipp und beruhigende Worte parat.

Rund um die Uhr in Bereitschaft sind die vielen Feuerwehren im Landkreis. Und wenn sie dann ihre Institution – und ein bisschen ihre Truppe – feiern wollen, dann kommt ihnen 2020 Corona in die Quere. So wie den Vogtareuthern, die heuer 150. Jubiläum samt Blaulichttag gefeiert hätten. Verschoben – auf 2022.

Bezahlt werden sie nicht, aber die meisten Ehrenamtlichen finden, dass sie selbst profitieren. Berta Frai, verwitwete Rentnerin, sieht das jedenfalls so: „Ich habe eine sinnvolle Aufgabe und kann helfen.“ Ob beim Einkaufen oder beim Umgang mit Behörden.

Kathrin Moser erzählt von ehemaligen Pfadfindern, die längst alle Familie haben, ihre Freundschaft aus Kindertagen über Jahrzehnte aufrechterhielten und sich zwei-, dreimal im Jahr in der großen Runde treffen, manchmal auch gemeinsam wegfahren.

Und die Ehrenamtlichen sind mittendrin im Leben. Anton Waldmann, der Bürgerbusfahrer, sagt lachend: „Manchmal fühle ich mich, wie ein Beichtvater“. Vor allem weibliche Fahrgäste erzählten ihre Geschichten, weil sie sie bei Waldmann in guten Händen wähnen. Weitererzählt hat er noch nie etwas.

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