Gutscheine für Jubilare und ein Geistesblitz

von Redaktion

Idee zu „Stephanskirchen-Scheck“ im Hauptausschuss geboren

Stephanskirchen – Eigentlich wollten die Gemeinderäte im Hauptausschuss nur den Einkauf von Geschenken zu runden Geburtstagen ab dem 80. und zu goldenen oder diamantenen Hochzeiten neu regeln, ganz im Sinne von „kauf lokal“. Und dann wurde die Diskussion möglicherweise zur Geburtsstunde des „Stephanskirchen-Schecks“.

Wie in allen Gemeinden, ist es auch in Stephanskirchen üblich, dass zu hohen runden Geburtstagen oder Ehejubiläen einer der drei Bürgermeister zum Gratulieren kommt und einen Geschenkkorb mitbringt. Wer keinen Besuch will, der bekommt einen Glückwunschbrief des Bürgermeisters – 200 Briefe sind es durchschnittlich pro Jahr, so Geschäftsleiter Georg Plankl.

Gratulationsbrief künftig mit Gutschein

Dieses Jahr gab es ab März pandemiebedingt nur Gratulationsschreiben und 2021 wird es wohl genauso sein. Deswegen schlug die Verwaltung vor, allen Glückwunschbriefen einen Gutschein im Wert von 30 Euro aus einem Stephanskirchener Geschäft oder Lokal beizulegen. Damit werde die Aktion „kauf lokal“ gestärkt und alle Bürger würden gleich behandelt. Die etwa 5000 Euro Mehrausgaben im Jahr waren alle Ausschussmitglieder bereit zu investieren. Janna Miller (Die Grünen) fragte sich – und die Verwaltung – aber, wie denn entschieden werden sollte, wer welchen Gutschein bekommt.

Bürgermeister Karl Mair (Parteifreie) meinte, das könne die Mitarbeiterin telefonisch herausfinden, die normalerweise zu den Jubilaren Kontakt aufnehme, um zu erfragen, ob ein Besuch erwünscht sei oder nicht.

Auftritt Gerhard Scheurer (Parteifreie): Er finde die Idee super, aber man könnte sie auch weiterdrehen. „Warum führen wir denn keinen Gutschein ein, der in allen Geschäften angenommen wird? Dann kann sich jeder aussuchen, wo er den Gutschein einlösen will.“ Die Gutscheine könnten im Rathaus verkauft werden, der Handel nehme sie an und löse sie im Rathaus wieder ein. Die Idee zum „Stephanskirchen-Scheck“, wie Mair die Gutscheine prompt taufte, kam bei den anderen Ausschussmitgliedern und auch bei der Verwaltung sehr gut an: Das wäre nun wirklich eine lokale Aktion. Es entsponn sich eine muntere Diskussion, wie das zu handeln wäre, wie der Gewerbebeauftragte der Gemeinde eingebunden werden könnte und ob und wie die Gemeindeverwaltung die Gutscheinverwaltung stemmen könne.

Besonders an
Gastwirte denken

Die Beschlussvorlage wurde dahingehend ergänzt, dass der „Stephanskirchen-Scheck“ weiter untersucht werden soll. Und für 2021 machte die Dritte Bürgermeisterin Steffi Panhans den Vorschlag, doch nur Gutscheine für die von der Corona-Pandemie besonders betroffene Gastronomie zu verschicken. Dieser Vorschlag und die Beschlussvorlage wurden einstimmig angenommen.

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