„Das tut uns wirklich weh“

von Redaktion

Deutsche Bahn plant, drei Robinien am Bad Endorfer Bahnhof zu fällen

Bad Endorf – Robinien zählen zu den besonders robusten Baumarten und werden als resistent gegen Hitze gehandelt. Am Bad Endorfer Bahnhof stehen drei Robinien, die nun gefällt werden sollen. Da sie am Bahnhof stehen, ist es auch Belang der Bahn. „Der Grundstückseigentümer entscheidet“, sagt Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer. Der Markt habe in einem Schreiben von der Bahn über die Entscheidung erfahren.

Markt will die
Bäume erhalten

Der Gemeinderat hat sich laut Loferer im Oktober mit Vertretern der Bahn zu einem Ortstermin am Bahnhof getroffen. „Wir wollen das Angebot an Fahrradstellplätzen optimieren“, erklärt der Rathauschef. Denn in Endorf werde der Platz für Fahrräder knapp – vor allem im Sommer, wenn viele Ausflügler kämen.

Sicherheit für Radler und Betrieb

Der Vorschlag der Bahn sei gewesen, eine doppelstöckige Anlage zu bauen. Dazu müssten die Robinien weichen. „Der Marktgemeinderat hat sich geschlossen und noch vor Ort für deren Erhalt ausgesprochen“, berichtet Loferer.

Schon während des Termins hätten die Bahn-Vertreter erklärt, sich das Recht vorzubehalten, die Robinien dennoch zu fällen. „Das tut uns wirklich weh“, sagt der Bürgermeister, „vor allem, wenn man bedenkt, dass sie als klimabeständig gelten.“

Für besonderen Zündstoff in der Endorfer Grünen-Fraktion sorgt die Begründung über die Baumfällung: So soll die Bahn damit argumentiert haben, bestätigt auch Bürgermeister Loferer, das Laub nicht mehr von den Dächern der Unterführung über dem Fahrradständer räumen zu wollen. „Für uns ist es unverständlich, wie ein Konzern, der sonst aggressiv für sich als klimafreundliches Verkehrsmittel wirbt, derart sorglos mit den Bäumen auf den eigenen Betriebsflächen umgehen kann“, meint Grünen-Gemeinderätin Magdalena Reste. Diese Vorwürfe weist das Unternehmen von sich: „Ich habe keine Kenntnis darüber, dass das Laub eine Rolle spielt“, teilt ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen mit. Vielmehr gehe es um die Sicherheit der Fahrgäste. „Da wären wir beim Thema Fahrrad und Bahn. Das passt nämlich sehr gut zusammen“, erklärte er. Die drei Robinien seien eher eine Gefahr für die Mobilität von Rad und Bahn. Denn viele Ausflügler kämen mit ihrem Fahrrad per Bahn nach Endorf. Dafür müsse auch sichergestellt werden, dass sowohl der Zugbetrieb als auch die Sicherheit der Fahrgäste am Bahnhofsgelände nicht durch herabfallende Äste gefährdet werde. Teilweise kämen viele Kommunen auf das Unternehmen zu und bitten um einen Grünschnitt, so der Bahn-Sprecher. Zudem seien mehr Fahrradstellplätze in Bad Endorf schon lange ein Thema. In Abstimmung mit der Gemeinde soll nach Lösungen gesucht werden. Bezüglich der Baumfällung sei die Bahn derzeit in Abstimmung mit den Behörden. Ein konkretes Datum dafür gebe es aber noch nicht.

Macht eine Baumschutzverordnung Sinn?

Im Juli 2017 diskutierte der Bad Endorfer Marktgemeinderat auf Antrag der Grünen-Fraktion eine Baumschutzverordnung. Das Gremium sprach sich damals mit 8:11 Stimmen dagegen aus. „Eine Baumverordnung macht Sinn, wenn man wenig Bäume hat“, sagt Bürgermeister Alois Loferer auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. In Großstädten wie München sei eine Baumschutzverordnung notwendig. In Bad Endorf sei dies jedoch nicht der Fall.

Außerdem, so der Endorfer Bürgermeister weiter, seien in der Bauleitplanung die Vorgaben zur ausreichenden Grünordnung festgelegt. „Die erforderliche Begrünung ist in den Bebauungsplänen festzuhalten“, erklärt der Rathauschef.

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