Neue Bleibe gefunden

von Redaktion

Burschenverein Eggstätt übernimmt das Jugendbundhaus von der Pfarrei

Eggstätt – Ab sofort hat der Eggstätter Burschenverein ein neues Domizil: In das ehemalige Jugendbundhaus, das vor über 50 Jahren errichtet wurde, werden die Burschen demnächst einziehen. Dann wird im Jugendheimweg hinter der Pfarrkirche St. Georg künftig nicht mehr die Eggstätter Landjugend (KLJB) zusammenkommen. Ob da der heilige Georg, Namenspatron der Eggstätter Kirche und einer der 14 Nothelfer, wohl seine Finger mit im Spiel hatte, als es um die Zukunft des Gebäudes ging? Das weiß keiner so genau, aber man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Kirche bei der Wahl der neuen Bewohner keine schlechte Wahl getroffen hat.

Heimatliebe,
Glaube und Frohsinn

Denn der Burschenverein, dem man mit 16 Jahren beitreten und sein Leben lang bleiben kann, hat sich Heimatliebe, Glaube, Frohsinn und Tüchtigkeit auf die Fahnen geschrieben. Dieses Motto lebt der gut 370 Mann starke und 111 Jahre alte Verein nicht nur für sich, sondern auch für die Allgemeinheit: Das heißt, Unterstützen, wenn nötig, und Mitanpacken, wo es Not tut. Seit Langem sucht der Burschenverein nach einer Unterkunft, erklärt Vorstand Peter Pawolleck. Als Anfang dieses Jahres die Kirchenverwaltung das leer stehende Gebäude verkaufen oder umnutzen wollte, habe Kirchenpfleger Georg Hundhammer den Vorschlag geäußert, dass das Gebäude auch weiterhin der Jugendarbeit dienen sollte. Ein Gedanke, der auch bei Pfarrer Andreas Przybylski auf offene Ohren stieß.

So kam man schnell auf den Burschenverein. Denn, und da waren sich alle Beteiligten einig, der Verein setzt sich nicht nur für den Ort, sondern auch für die Belange der Pfarrei ein, seien es großzügige Spenden bei Restaurierungen oder ehrenamtliche Arbeitseinsätze am Kindergarten, der Kirche und dem Friedhof.

Auch Christian Staber, Verwaltungsleiter der örtlichen Kirchenstiftungen bei der Erzdiözese München und Freising, unterstützte die Idee: „Kirche und Burschenverein haben stets unkompliziert und zuverlässig zusammengearbeitet. Mich freut es, dass die Menschen in der Pfarrei Eggstätt so gut zusammenhalten.“ Mit einem einstimmigen „Ja“ erfolgte der Beschluss für die künftige Nutzung des Gebäudes durch den Burschenverein. Kurze Zeit später unterschrieben beide Seiten die Nutzungsvereinbarung. Auch die Anwohner wurden bei einem runden Tisch über die neuen Nachbarn informiert. Pfarrer Przybylski fasste das gemeinsame Kennenlernen treffend zusammen: „Es war schön mitzubekommen, wie gut das Sprechen miteinander, anstelle des Sprechens übereinander funktioniert.“ Mit nötigem Abstand – Corona hatte die Zeremonien fest im Griff – folgte dann die offizielle Schlüsselübergabe an den Burschenvorstand Peter Pawolleck. Auf die Burschen wartet aber noch Arbeit: „Wir müssen neben der Elektrik auch das Dach und die Sanitäranlagen herrichten, und ein neuer Anstrich schadet vermutlich auch nicht,“ so Vorstand Pawolleck. Nichtsdestotrotz sei der Verein über den neugewonnen Platz und die Unterstützung seitens der Kirche froh. Auch wenn der Burschenverein für seine vielen Aktivitäten, seien es ehrenamtliche Helfertätigkeiten, das Ausrichten von Festen oder Theaterspielen, noch weiter nach einem eigenen Grundstück und/oder zusätzlichen Lagerflächen sucht.

Burschen wollen viel selbst renovieren

Ein Großteil der Renovierungsarbeit soll in Eigenregie erfolgen. Dennoch werden sicher viele weitere Kosten auf die Kirchenstiftung und den katholischen Burschenverein zukommen. Staber und Pawolleck bitten deshalb in einem vereinten Aufruf um Unterstützung. Jetzt gilt es erst einmal, gesund durch die Corona-Zeit zu kommen, ehe die Burschen das Haus herrichten können. „Einen Termin haben wir uns nicht gesetzt“, so Pawolleck, aber man hoffe aufs Frühjahr: „Dann pack ma’s o.“

Unterstützung für die Burschen

Wer die Arbeit des Eggstätter Burschenvereins und die anstehende Renovierung mit einer Spende unter dem Stichwort „Burschenverein Eggstätt“ unterstützen will, kann dies an die IBAN DE81750903000002 124130 tun. Eine Spendenquittung wird auf Anfrage durch die Kirchenstiftung ausgestellt.

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