Digitale Filmtour

Mit dem Kajak am Radl über die Alpen

von Redaktion

Raublinger Extremsportler Olaf Obsommer muss im Corona-Jahr improvisieren

Raubling – Kein Wasser ist ihm zu rau, kein Strom zu schnell und normalerweise kein Weg zu weit. Olaf Obsommer ist Extremkajakfahrer und produziert seit über 20 Jahren Videos von seinen Reisen rund um die Welt. Doch aufgrund der Corona-Pandemie sitzt der in der Szene bekannte Raublinger in der Heimat fest und musste neben seinen Touren auch zahlreiche geplante Vorträge ausfallen lassen. Obsommer ließ sich davon aber nicht aufhalten und startete mit drei Begleitern eine klimaneutrale Tour vom Landkreis Rosenheim aus.

Die Reise beginnt
in Rosenheim

„Es ist ein Segen, dass man auch von hier aus Kajak fahren kann“, sagt Olaf Obsommer, als er an den außergewöhnlichen Sommer zurückdenkt. Anstatt wie üblich die Welt zu bereisen, musste sich der Raublinger umstellen und seiner „Bike 2Boat“-Tour ein heimisches Kapitel anfügen. Statt Indien, Tadschikistan und Mexiko hießen seine Ziele Rosenheim, Innsbruck und Meran. Die besondere Herausforderung dabei: „Es sollte eine absolut klimaneutrale Tour werden.“ Mit Fahrrad und Anhänger fuhr Obsommer zu den Flüssen im Salzburger Land, vorbei am Großglockner nach Osttirol in Richtung Staller Sattel und über das Timmelsjoch zurück ins Ötztal. Von der Ötztaler Ache über die Osttiroler Isel bis zur Saalbach bei Lofer war keine Stromschnelle vor ihm sicher.

Zusammen mit den beiden in Innsbruck lebenden Extrempaddlern Adrian Mattern und Bren Orton sowie Kameramann Jens Klatt wurden innerhalb von drei Wochen 800 Kilometer und 8000 Höhenmeter mit dem Fahrrad inklusive 90 Kilogramm Gepäck pro Person zurückgelegt, um zu den begehrten Wildflüssen zu gelangen. Aufgrund der Lockerungen der Reisebeschränkungen gelang somit eine coronakonforme Tour.

Doch das Problem des 50-Jährigen war damit noch nicht gelöst. Denn anstatt wie gewohnt in gefüllten Sälen von seinen Erlebnissen zu berichten, wurde eine Vorstellung nach der anderen abgesagt. Eine Situation, mit der der reiselustige Kajakexperte erst einmal zurechtkommen musste. „Es war schon schwierig, immer viele Sachen zu planen, die dann kurzfristig wieder ausgefallen sind.“ Da er als Einzelperson von zu Hause aus aber wenig Fixkosten hätte, wären zumindest seine Ausgaben minimal. Mit den vorhandenen Rücklagen versucht der Sportler somit, die vortragslose Zeit zu überstehen.

Um doch noch eine Möglichkeit zu haben, von seinen wilden Kajakfahrten zu berichten, startet Obsommer mit digitalen Vorträgen. Über seine Webseite bietet er regelmäßige Livestreams an, in denen er von seinen bisherigen Reisen berichtet. Das Angebot ist dabei grundsätzlich kostenlos. Nur wer ihn unterstützen möchte, kann freiwillig eine Spende hinterlassen. „Der erste Vortrag war bereits ein voller Erfolg“, berichtet der Raublinger: „Rund 650 Leute waren bereits im ersten Stream dabei.“

Nächstes Projekt
bereits in Planung

Olaf Obsommer ist zuversichtlich, auch für nächstes Jahr wieder eine Reise organisieren zu können. Auch wenn diese wieder aus der Region starten muss, liebäugelt der Wildwasserfahrer bereits jetzt mit einer Tour in die Schweiz. Zwar geht es coronabedingt erst einmal nicht mehr zu seinen Lieblingsorten, die allen voran in Norwegen oder Neuseeland liegen. Trotzdem sieht der Extremsportler den kommenden Jahren gelassen entgegen. „Das CO2-freie Reisen wird in der heutigen Zeit immer wichtiger.“ Eine Tour nur mit Fahrrad und Kajak sei daher nicht nur wegen Corona im Moment genau das Richtige.

Die Vorträge von Olaf Obsommer

Wann?

Ab sofort: Bike2Boat Alpen 2020 und Tibet 2018 (Aufzeichnungen)

1. März, 20 Uhr: Indien 2018 und Norwegen 2016

14. April, 20 Uhr:

Ecuador 2011

Wo?

www.obsommer.de

Preis?

Gratis (freiwillige Spende)

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