Ärger über „Unding“ des Freistaats

von Redaktion

Notebooks für Lehrer: Oberaudorfs Bürgermeister kritisiert Vorgehensweise

Oberaudorf – Der Freistaat Bayern will den Lehrern unter die Arme greifen und die Anschaffung von Notebooks fördern. Damit soll während der Pandemie der Fernunterricht erleichtert werden. Weil die Zeit drängt, sollen jetzt die Kommunen die Geräte beschaffen, die Kosten trägt im Rahmen des Förderprogramms Sonderbudget Lehrerdienstgeräte (SoLD) der Staat. Doch für Bürgermeister Matthias Bernhardt (FWO) sind das keine guten Nachrichten: „Die Gemeinde erhält einen Auftrag, für den sie nicht zuständig ist.“ Am Ende, so vermutet er, müssten sie als Kommune auch noch die Folgekosten der Rechner – im Fall Oberaudorf zehn Stück – tragen.

Besorgung
und Wartung nicht
Sache der Gemeinde

Ein „Unding“, wie der Bürgermeister findet. Die Kommune sei als „Schulaufwandsträger“ lediglich für die Ausstattung der Schule verantwortlich, nicht aber für die Ausstattung des Lehrpersonals. Normalerweise würde er, Bernhardt, sich ausdrücklich weigern, in dieser Richtung überhaupt tätig zu werden. Da der Schulleiter der Grundschule Oberaudorf aber versicherte, dass die mobilen Rechner dringend benötigt würden, unterbreitete Bernhardt dem Gremium den Vorschlag, diesen Weg „schweren Herzens“ auch zu gehen – im Interesse der Schüler. Dann sei aber auch Schluss: „Wir schaffen die Geräte an, wir schließen sie an, aber Wartungsarbeiten sind nicht unsere Sache.“ Der Förderbetrag pro Gerät beträgt laut Bürgermeister 1000 Euro – inklusive einer Pauschale von bis zu 250 Euro für die Inbetriebnahme und Einbindung in die EDV-Landschaft der Schule.

Im Prinzip entstehen der Gemeinde dadurch keine Kosten. „Aber wir müssen den Betrag natürlich auch noch vorstrecken“, so Bernhardt.

Unter den Gemeinderäten entbrannte eine Diskussion. So merkte Daniela Bernhardt (FWO) an, dass man an der Grundschule häufig über eine schlechte WLAN-Verbindung klage. „Am Ende haben wir lauter Geräte, aber kein WLAN.“ Der Bürgermeister entgegnete, dass die EDV-Abteilung der Gemeinde dabei sei, die Giga-Bite-Anschlüsse zu prüfen. Darüber hinaus warte man auf die Verlegung der Glasfaseranschlüsse.

Allerdings wurde im Gremium nochmals klargestellt, dass diese Notebooks den Lehrern die Möglichkeit bieten, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Daniela Bernhardt wollte wissen, an wen sich Schüler und Lehrer bei technischen Schwierigkeiten mit den Geräten wenden könnten. Daraufhin erklärte der Rathauschef, dass es innerhalb der Gemeinde EDV-Experten gebe, die in dringenden Fällen auch weiterhelfen.

Die EDV-Geräte können auch die Schüler nutzen

Susanne März (FWO), selbst Lehrerin in Raubling, stimmte dem Bürgermeister zu: Die Gemeinde sei nicht Arbeitgeber der Lehrkräfte. Hinzu komme, dass die Regierung einige Lehrerstunden gestrichen habe. Bei technischen Schwierigkeiten würde sich das Kollegium untereinander behelfen. Was die EDV-Geräte betreffe, so fügte März hinzu, dass diese nicht nur den Lehrern zur Verfügung stehen, sondern auch den Schülern.

Am Ende einigte sich das Gremium darauf, „in den sauren Apfel zu beißen“, wie Bernhardt es nannte, und zehn Notebooks für die Lehrkräfte der Grundschule Oberaudorf gemäß dem Förderprogramm Sonderbudget Lehrerdienstgeräte (SoLD) zu beschaffen.

Artikel 1 von 11