Schwere Zeiten für junge Musikanten

von Redaktion

Jugendkapelle Wildenwart hofft auf ein baldiges Ende der Pandemie

Wildenwart – „Musik verbindet gewöhnlich, doch Corona trennt seit einem Jahr die musikalischen Aktivitäten“ – mit diesem Satz fasst Eva-Maria Gruber als Leiterin der Jugendblaskapelle Wildenwart die aktuelle Situation zusammen, wenn es um die Frage geht, wie es wohl weitergeht in diesen Corona-Zeiten mit dem blasmusikalischen Nachwuchs. Die Hände in den Schoß legen und Jammern, das ist für sie jedenfalls keine Lösung, aber einfach ist die Zeit des Lockdowns gewiss auch nicht.

Wunsch nach normalen Proben

„Natürlich habe ich durch Whatsapp-Gruppen und Online-Einzelunterricht Kontakt zu meinen Schülern, aber der sehnlichste Wunsch aller wäre, dass wir wieder zu einem normalen Probenbetrieb zusammenkommen können. Das erst vor wenigen Jahren vom Förderverein der Wildenwarter Blasmusik mit viel Eigenleistungen erbaute Musikantenheim bei der Wildenwarter Schule ist richtig verwaist“, so stellt die rhythmisch-musikalische Erzieherin und freiberufliche Musiklehrerin den Zustand dar, der auf Dauer belastend sei. Bitter klingt ihr Satz: „Seit März vorigen Jahres hatten wir keine einzige gemeinsame Probe.“

Dies gilt auch für die ihr anvertrauten Schulklassen. Gruber hat vor einigen Jahren von ihrem Vorgänger Wolfgang Kink die Aufgabe übernommen, in der Frasdorfer Grundschule die musikalische Ausbildung zu fördern. Jeweils zehn bis 15 Mädchen und Buben waren zuletzt in der Blockflötengruppe der zweiten Klasse, in der Anfängerbläsergruppe der dritten Klasse und in der Fortgeschrittenen Bläsergruppe der vierten Klasse. In den vorangegangenen Jahren gab es Schnupperkurse in den Ferien, dabei konnten sich die Kinder an den verschiedenen Instrumenten versuchen und probieren, was ihnen am besten taugt. „Aber auch diese fielen aus“ – so die seit vier Jahren als Leiterin der Jugendblaskapelle tätige Pädagogin.

Allein 35 Mädchen und Buben aus den Gemeindebereichen Prien und Frasdorf gehören der Jugendkapelle an, weitere 40 sind in der vor ein paar Jahren neu gegründeten Zwergerlkapelle. „Aufgrund der Tatsache, dass wir ins zweite Jahr ohne Proben gehen, kommt es auch zu keinen Nachrückungen von den Schulklassen in die Zwergerl- und Jugendkapelle und ebenso wenig von dort hinüber zur Erwachsenenkapelle“, so Gruber. „Wenn wir wieder normal zusammenkommen können, dann müssen wir erst einmal wieder eine Bestandsaufnahme machen, wer in welcher Alterskategorie wieder mitmachen möchte“, sagt sie.

Etwas Abwechslung gab es zuletzt, als auf Vermittlung des Kreisjugendringes Rosenheim drei Zwergerl-Musikanten für einen Radiosender ein kleines Online-Konzert geben durften.

Wenn es nach Corona wieder richtig losgeht, dann hat die Musiklehrerin schon einen Stufenplan: „Zuerst schauen wir, wer wieder kommt. Dann fragen wir die Kinder, was sie gerne machen wollen. Und dann, wenn wir in den verschiedenen Altersgruppen wieder voll besetzt sind, proben wir fleißig und schauen um Auftrittsmöglichkeiten. Darauf freuen wir uns am meisten“.

Einnahmen fehlen
für Musikantenheim

Auch Musik-Vorstand Helmut Rosenwink von der Blaskapelle Wildenwart und Dirigent Sebastian Graf warten sehnsüchtig, dass es wieder mit aktiver Blasmusik in Wildenwart losgeht. Es fehlen derzeit nicht nur die persönlichen und regelmäßigen Zusammenkommen, sondern auch die Einnahmen für den Unterhalt des Musikantenheimes. Unterstützung erfahren Erwachsenen-, Jugend- und Zwergerlkapelle seit 18 Jahren vom Wildenwarter Musikförderverein durch dessen Vorstand Jakob Steiner. Doch auch dessen Aktivitäten insbesondere zur Instrumentenbeschaffung sind wegen Corona eingeschränkt.hö

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