Theaterprobe online versüßt die harte Zeit im Lockdown

von Redaktion

Kieferer Wichtl stemmen sich kreativ gegen die Corona-Krise – Nachwuchs-Laienschauspieler finden virtuelle Treffen super

Kiefersfelden – Durch die strengen Corona-Auflagen im vergangenen Jahr sahen sich auch die Verantwortlichen der „Kieferer Wichtl“ und der Jugendabteilung, allen voran Spielleiterin Monika Keiler und Vorsitzende Christa Rauscher, vor nicht unerhebliche Probleme gestellt.

Talent der jungen
Leute fördern

„Wie halten wir die 14 Nachwuchs-Laienschauspieler („Wichtl“) und die Jugendlichen der Heimatbühne Kiefersfelden zusammen und wie fördern wir weiter ihr schauspielerisches Talent, war eine der größten Herausforderungen“, so Monika Keiler gegenüber unserer Zeitung.

Was sich zunächst noch gut anließ, nämlich die gelungene Premiere des Wichtl-Stücks „Wusel die Waldmaus“ Anfang März letzten Jahres, nahm dann ein abruptes Ende: Corona brachte das Theaterleben zum Erliegen. Aber die Kieferer Wichtl geben nicht auf, sie üben jetzt online. „Es ist gewöhnungsbedürftig, so viel steht fest, und wir vermissen die gewohnten Zusammenkünfte in den Kulissen, ohne die eine Feinarbeit nicht möglich ist“, so die Spielleiterin. Doch die Kinder und Jugendlichen, die aktuell den Grundstock der Kieferer Wichtl bilden, halten zusammen. „Bei unseren wöchentlichen Online-Treffs wärmen wir uns am Anfang mit kleinen Spielen für Körper und Geist auf“, sagt Monika Keiler, „und anschließend proben wir die Szenen durch. Sobald es dann wieder erlaubt ist, werden wir unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln die Bühnen-Proben aufnehmen“.

Nicht nur die Verantwortlichen sind begeistert von dem „Notfallkonzept“, auch die jungen Bühnenprotagonisten äußern sich dazu durchweg positiv. „Ich finde die Online-Gruppenstunden super“, sagt Maja (13) und die ein Jahr ältere Johanna fügt an: „Unser ganzes Leben wurde auf den Kopf gestellt. Doch auch wir Wichtl haben unseren Weg gefunden, weiterzuproben.“ Leider musste auch das geplante Herbststück, für das online von der Heimatbühne-Jugend auch schon Leseproben durchgeführt worden waren, ausfallen. Daher suchten die jungen Theaterspieler andere Wege, um in Kontakt zu bleiben.

Das brachte ein paar kreative Köpfe auf die Idee eines Adventskalenders für alle Mitglieder der Heimatbühne. Der Zuspruch war sehr groß, genauso wie die Freude der Verantwortlichen. Mit den „Online-Spieleabenden“ wurde auch eine Möglichkeit gefunden, weiter in Kontakt untereinander zu bleiben.

Sie ersetzen zwar keine persönlichen Treffen, sorgen aber immer für jede Menge Gaudi und Zeitvertreib. Unter vorbildlicher Einhaltung der Corona-Regeln konnten die fünf „Heimatbühne-Nikoläuse“ auf Erden insgesamt 42 Familien mit zusammen 105 Kindern besuchen und ein bisschen weihnachtliche Freude verbreiten.

Eine Hochzeit
zum Sterben

Theater wurde von den „Großen“ der Heimatbühne aber doch noch gespielt, zumindest im Herbst vor dem zweiten Lockdown: Die Uraufführung des Krimi-Komödien-Dinners „A Hochzeit zum Sterbn“ beim Ochsenwirt in Oberaudorf war gelungen. Die Überraschungs-Hochzeit mit Hindernissen aus der Feder von Christa Rauscher ist ein neues Theater-Schmankerl mit der Heimatbühne Kiefersfelden. FRanz Hoffmann

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