Aschau – Nach über 20 Jahren Planung ist eine wichtige Entscheidung in Richtung neue Turnhalle für Aschau gefallen. Nach der jüngsten Gemeinderatssitzung steht fest: Die Kosten für die neue Sporthalle sollen einschließlich Abriss, der Außenanlagen und der Planerhonorare 7,5 Millionen Euro nicht überschreiten. Damit verabschiedete sich das Gremium endgültig von der früheren Planung der 2,5-fach-Halle.
Der neue Bau soll mit einer Spielfeldgröße „1,5-fach, teilbar“ und zusätzlichen Sport- und Mehrzweckräumen dennoch bedeutend größer werden, als die bestehende Halle. Gegen die Stimmen von Simon Hoesch (ABL) und Dr. Silke Helfmeyer (FWG) beschloss der Rat, die Planungen der Sporthalle so weiter zu verfolgen, wie sie in den vergangenen Sitzungen der Steuerungsgruppe „Sporthalle“ und des Gemeinderates eingeleitet wurden. Die Abstimmung zeigte auf, dass sich auch die Befürworter der bisherigen „großen Lösung“ weitestgehend dem Diktat der leeren Kassen beugen.
Jetzige Lösung soll
ein Kompromiss sein
Nach einer umfangreichen Diskussion trugen die Gemeinderäte die bisherige Planung zu Grabe. Veronika Lang (BBA) merkte an, dass mit dieser geänderten Planung nicht mehr alle Träume erfüllt würden. Mit dieser Lösung habe man aber einen Kompromiss für alle Seiten gefunden. Auch der Bedarf würde mit dieser Größe weitestgehend abgedeckt:
„Wir haben keine Glaskugel, in der wir die Belegungswünsche in 30 Jahren sehen können, für die aktuellen Bedürfnisse reicht eine 1,5-fach-Halle aus.“
Dem widersprach Simon Hoesch (ABL): Die jetzige Entscheidung sei verfrüht und orientiere sich lediglich an der aktuellen Haushaltslage. Der 7,5 Millionen Rahmenentwurf komme drei Wochen nach der letzten Gemeinderatssitzung zu früh. Es sei während dieser kurzen Zeitspanne nicht möglich gewesen, alle Einsparungsmöglichkeiten durchzugehen. Zukünftig werde weder Turnen noch Volleyball möglich sein.
Josef Hobelsberger (FWG) verabschiedete sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der bisherigen Planung. Man müsse einsehen, dass sich die Gemeinde derzeit nicht über beide Ohren verschulden könne. In den vergangenen Jahren habe „der Bürgermeister stets gezaubert und eine neue Lösungsmöglichkeit aufgezeigt“. Offensichtlich gehe Bürgermeister Frank einen anderen Weg.
Zweiter Bürgermeister Michael Andrelang (CSU) war der Ansicht, dass man sich die bisherige Planung nicht mehr leisten könne. „Wir haben viele weitere Projekte im Gemeindebereich in den kommenden Jahren und müssen an die gesamte Bevölkerung denken, nicht nur an die Sportler und Hallennutzer. Marco Weiser (ZfA) sagte, dass der WSV Aschau mit dieser Lösung durchaus zufrieden sei. Peter Thaurer (CSU) stellte fest, dass man für 7,5 Millionen eine gute Halle bekomme.
Sebastian Pertl (FWG) bedauerte das Ende der 2,5-fach Halle, er sei stets hinter dieser Planung gestanden. Dennoch könne er mit diesem Kompromiss leben. Das gilt auch für Dritte Bürgermeisterin Monika Schmid (FWG), schließlich sei „der Sporthallenbau kein Wunschkonzert“.
Wolf Neelsen (Grüne) betonte, die Steuerungsgruppe, der Gemeinderat und das Planungsbüro hätten alle Möglichkeiten auf den Prüfstand gestellt. Dennoch sei es nicht gelungen, Kosten einzusparen. Daher gehe es letztlich nur darum, was sich die Gemeinde Aschau tatsächlich leisten kann und will.
„Was können und wollen wir uns leisten“, schloss Bürgermeister Simon Frank (ZfA) die Debatte: „Wir müssen schauen, was die Pandemie in den kommenden Jahren für unsere Haushaltslage bedeutet, nur an den finanziellen Möglichkeiten können wir die Planungen ausrichten.“ Eine Minimal-Lösung müsse nun eine möglichst breite Nutzungsmöglichkeit erzielen. Die gesamte Finanzierung werde in den kommenden Jahren ein Spagat für den Gemeinderat und die Verwaltung.
Finanzlage wegen
Corona nicht absehbar
Durch die Pandemie könnten die künftigen Einnahmen der Gemeinde Aschau nicht verlässlich vorhergesagt werden, große Einnahmenverluste werden vor allem im Bereich der Gewerbesteuer und der Einkommenssteuer befürchtet. Daher müssen die Kosten für die Halle „auf Sicht“ geplant werden, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.