Halfing – Wenn das Jubiläumsjahr zum Corona-Jahr wird, dann muss das 75-jährige Bestehen eben wohl erst 2025 nachgefeiert werde. Das haben die Sportfreunde des FC Halfing für sich beschlossen. Dabei gäbe es so viele aufregende Geschichten zu erzählen.
Egal, ob das Eröffnungsspiel gegen die FC Bayern Amateure, der Dreh eines Werbespots für Panini-Bilder für die Europameisterschaft 1992 – die Begeisterung für den Sport steht immer vorne dran.
Gründung war am
25. August 1945
Ein Blick in die Alben lässt erahnen, wie wichtig das Vereinsleben den Halfingern von Gründung an war. In sauberster Handschrift und mit schwarzer Tusche sind die Gründungsmitglieder samt Vorstand vom 25. August 1945 gelistet. Und auch wenn das Eröffnungsspiel gegen den 1. FC Prien seinerzeit mit einer Niederlage endete, der guten Stimmung tat das wohl keinen Abbruch. „Na ja“, meint Vorsitzender Helmut Gruber, „natürlich geht es beim Sport auch um den Wettkampf. Aber wichtiger ist doch der Spaß am Spiel und die Bewegung.“
Dazu ein bisschen Disziplin, Durchsetzungskraft und Verantwortung und schon hat man die Zutaten für den FC Halfing, der heute gut 1000 Mitglieder zählt und die Sparten Badminton, Fußball, Skiclub, Stockschützen, Taekwondo, Tennis, Tischtennis und Volleyball bedient. Der Verein sei laut Gruber hauptsächlich auf den Breitensport ausgerichtet – mit wenigen Ausnahmen. So gibt es zum Beispiel in der Skiabteilung seit einigen Jahren eine Jugend-Renngruppe.
Wenn man das Album weiter durchblättert, stößt man auf Bilder aus den 50ern, als in Halfing noch Eishockey gespielt wurde. „Da, wo heute der Sportplatz und das Vereinsheim sind“, erinnert sich Edi Schreitter.
Der heute 68-Jährige ist seit 52 Jahren mit Leib und Seele dabei, hat sich 27 Jahre als Fußballtrainer eingebracht, engagierte sich beim Bau und Umbau von Fußball-, Tennis- und Stockschützenheim, spurte mehrere Jahre die Langlaufloipe und kümmert sich als Platzwart seit knapp drei Jahrzehnten um die Courts.
Schreitter erinnert sich an viele Geschichten: Ende der 60er-Jahre sei der neue Sportplatz eingeweiht worden. Zum Eröffnungsspiel traten die Amateure des FC Bayern als Gegner an. Auch wenn der Chronist den Spielausgang verschweigt, lässt sich erahnen, dass der FC Halfing die Niederlage sportlich nahm.
In den 90er-Jahren trumpften die F-Jugend-Kicker groß auf. „Ich war damals Trainer, und meine Burschen durften unter dem Vereinsnamen ‚LifeLeben‘ beim Deutschlandturnier antreten.“ Den ersten Tag habe man noch gut überstanden, danach war Schluss. „Da haben wir gegen die Sportschule Köln verloren.“
Und dann war da noch der Werbespot-Dreh für die Panini-Bilder für die Fußball-EM 1992 in Frankreich. Ein Zweitwohnsitz der Regisseursfamilie in Halfing habe es möglich gemacht: „So was hat man nur einmal im Leben.“
Startrampe für den
Olympiastützpunkt
Edi Schreitter sagt von sich, sein Leben sei der Sportverein und die Halfinger Dorfgemeinschaft. Und auch Helmut Gruber stimmt zu. Er, von 1978 bis 2016 Vorstandsmitglied, davon über 20 Jahre Abteilungsleiter und bis 2020 Trainer der Skifahrer, will diese Sportbegeisterung weitergeben.
Die Urkunden und das Lachen auf den Gesichtern der Skifahrer zeugen davon. Die Skirennen um die Halfinger Goaß am Oberweg mit einer Piste „1:1 wie die Streif“ samt Hausbergkante seien legendär. Auch innerhalb seiner eigenen Familie stehe das Skifahren an Nummer eins. Grubers Sohn Hermann sei als sportlicher Koordinator im DAV für das Skibergsteigen verantwortlich. Vor dieser Tätigkeit war er Landeskadertrainer für den Skicross-Nachwuchs. Ein Grund, warum sich der FC Halfing mit dem Umbau der Startrampe am Olympiastützpunkt in München ehrenamtlich im Leistungssport engagiert hat.
2020 wollte der FC Halfing sein 75-jähriges Bestehen feiern. Gruber, seit 2019 Vorsitzender, weiß, wie viele Stunden die Ehrenamtlichen der Fußballabteilung in die Vorbereitung der Feierlichkeiten gesteckt haben. Doch dann kam Corona, und die Festwoche mussten sie schweren Herzens absagen.
Das Programm kann man hoffentlich größtenteils wiederverwenden, gibt sich Gruber zuversichtlich. Das sei wie in der Werbung: „80 ist das neue 75!“