Leserforum

Kritik an Schuldspruch für Lkw-Fahrer

von Redaktion

Zum Bericht „Er hat ihn einfach übersehen“ (Lokalteil):

Der Bericht trifft mich sehr. Ich versetze mich selbst in die emotionale Situation des Lkw Fahrers, der am Ende schuldig gesprochen wurde mit der Bemerkung „… der Fußgänger sei wohl schwierig wahrzunehmen gewesen, aber eben doch nicht unmöglich“. Mir wird fast übel, wenn ich den Bericht lese, weil ich selbst befürchten muss, einmal in meinem Leben so einem Urteil unterworfen zu werden, Die besagte Einfahrt in die Chiemseestraße ist eine der kritischsten Verkehrsstellen in Bad Endorf, für Pkw und vor allem für Lkw in der Größe. Da muss man bei dem Verkehr ständig links und rechts schauen. Und wenn der Blick rechts ist, kann man nicht wissen, was links gerade passiert. Und bei dem hohen Fahrerhaus kann der Fahrer ohnehin nicht mehr sehen, was nach dem „engen Zeitfenster“ vor der Nase läuft. Soll er denn aussteigen und kucken, bevor er fährt? Mit der Info des Berichts war das für mich ein unglückliches Geschehen. Warum da der Verteidiger mit 3600 Euro Strafe zufrieden gewesen wäre, kann ich nicht nachvollziehen. Freispruch und Ermahnung aller Fußgänger, dass man zum Wohle seines Lebens immer hinter einem Auto die Straße queren soll, ist mein Fazit. Wer im Verkehr 2021 überleben will, muss sich vorsehen und kann nicht auf das ideale Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer setzen. Sorry Frau Richterin, ich würde Sie gerne im Lkw an der Stelle sehen und garantiere Ihnen, dass Sie nie rausfahren werden.

Hans-Dieter Ehrgott

Bad Endorf

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