Stephanskirchen – Warum sorgt ein WC-Container für frohe Mienen? Weil der Antrag, ihn im Sommer in der Simsseestraße aufzustellen, von der Simsseer Braumanufaktur kam. Was diejenigen, die im Sommer 2020 in den Genuss kamen, von weiteren Feierabendhalben im Biergarten mit See- und Bergblick träumen lässt.
So wie Johannes Lessing (Die Grünen) jüngst im Stephanskirchener Bau- und Planungsausschuss. Der sah sich schon entspannt im Sommer zum Biergarten radeln. Aber so weit ist es noch lange nicht.
Umsetzung benötigt etwas Vorlauf
Der Antrag der Braumanufaktur erfolgte schon jetzt, weil das Grundstück im Außenbereich und noch dazu in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, eine Genehmigung vom Landratsamt entsprechend eine Weile dauern kann. Und falls es zu einem zweiten Sommer im Simsseer Biergarten kommen kann, wollen die Macher der Braumanufaktur in der Angelegenheit schon einmal Sicherheit haben.
Im vergangenen Jahr vereinbarten die Gemeinde, der der Waldgasthof Liebl gehört, und die Braumanufaktur einen Biergarten-Probebetrieb (wir berichteten). Und schlossen einen Pachtvertrag. Die Inhalte sollen – bevor der beantragte WC-Container – der vom Ausschuss diskussionslos und einstimmig durchgewinkt wurde – überhaupt aufgestellt werden kann – unter Berücksichtigung der Erfahrungen des Sommers 2020 – für den Sommer 2021 modifiziert werden. Wobei Bürgermeister Karl Mair und Brauerei-Geschäftsführerin Erika Riedrich darin nicht das ganz große Problem sehen. Auch die Genehmigung des Pachtvertrags durch den Haupt- und Finanzausschuss dürfte eine zu überwindende Hürde sein. Das lässt die Reaktion der Gemeinderäte im Bauausschuss vermuten. Im vergangenen Sommer lief das Biergartengeschäft unter Corona-Bedingungen gut. Die Tische standen auf Abstand, wer aufstand, der stülpte sich eine Stoffmaske über Mund und Nase, Händeschütteln fiel aus. Ob es im Sommer 2021 wieder so laufen kann, ist heute noch völlig unklar. Denn ob die aktuellen Maßnahmen ausreichen, die grassierenden Corona-Mutationen, alle um ein Vielfaches ansteckender, auf Distanz zu halten, ist offen. Ein dritter Lockdown nicht ausgeschlossen. „Der könnte uns einen Strich durch die Rechnung machen“, so Erika Riedrich.
Und dann ist da ja neben der Corona-Pandemie noch ein weiterer Stolperstein: Die Produktionsstätte der Braumanufaktur stößt an ihre Kapazitätsgrenzen, an traumhaften Sommerwochenenden könnte es knapp werden mit der Feierabendhalbe mit Simsseeblick. Im Frühjahr 2020 fanden die Verantwortlichen der Braumanufaktur einen möglichen neuen Standort, südlich des Sees, direkt an der Sims (wir berichteten).
Das alte Bauernhaus hat zwar eine gute Bausubstanz, aber einige Fenster sind kaputt und im Inneren muss Etliches saniert werden, damit dort Lebensmittel verarbeitet werden können. Was wegen des Denkmalschutzes doppelt aufwendig ist.
Größere Produktion vorerst in Scheune
Dennoch zieht die Braumanufaktur im April um in die Krottenhausmühlstraße, denn im Mai läuft der Mietvertrag für die jetzige Produktionsstätte in der Simsseestraße aus. Aber sie zieht nicht ins Bauernhaus, sondern in die benachbarte Scheune. „Der Eigentümer, Konrad Lindner, hat uns angeboten, diese entsprechend auszubauen“, so Erika Riedrich. Also zieht die größere Produktion zunächst dort ein. Verkauft wird nebenan, im alten Mühlengebäude. „Das sieht aus, als wäre es gestern erst geräumt worden und könnte sofort wieder in Betrieb gehen“, sagt Erika Riedrich begeistert.