Zum Bericht „Die Tage der alten Sporthalle sind gezählt“ (Lokalteil):
Nach der Abwahl von Ex- Bürgermeister Peter Solnar hatte man die große Hoffnung, dass zukünftig alles besser wird. Weit gefehlt, in Sachen Sporthalle ist alles wie gehabt. Dass Aschau eine neue Sporthalle braucht, ist unbestritten, fragt sich nur zu welchem Preis? Obwohl man seit Jahren den Neubau plant, gibt es keine nennenswerten Rücklagen. Trotz leerer Kassen will man eine 1,5-fach-Halle für 7,5 Millionen Euro bauen. Weiß eigentlich der Gemeinderat, dass die Grundschule die Turnhalle für den Sportunterricht maximal nur an drei Vormittagen benötigt? Viele kostenintensive Projekte (Hochwasserschutz, Straßenausbau) stehen an und man weiß nicht, wie die künftigen Einnahmen ausfallen werden. Wenn Geld keine Rolle spielt, hätte man die Sauna auch nicht streichen müssen, denn nicht wenige Aschauer vermissen dieses Angebot.
Auch die extra gebildete Steuerungsgruppe war nicht in der Lage oder willens, eine wirtschaftliche Lösung zu finden. Es wurde nur das Ziel verfolgt, den WSV Aschau zufriedenzustellen. Als Normalbürger stellt man sich die Frage, warum sich eine Gemeinde hoch verschulden muss, nur damit ein Sportverein ein Vereinsheim bekommt. Kann der WSV nicht für sich selbst sorgen? Es gab erst vor zwei Jahren einen in Vergessenheit geratenen Bürgerentscheid, bei dem sich die Mehrheit für eine Sporthalle für fünf Millionen Euro ausgesprochen hat. Dieser Bürgerwille wird nach wie vor ignoriert, indem der Bürgerentscheid so interpretiert wird, wie man es gern haben will. Dies sollte aus Respekt vor dem Bürgerwillen der Vergangenheit angehören, denn gewählte Volksvertreter sollten immer die Interessen aller im Auge haben und nicht nur die Wünsche einiger weniger. Oder kann es sein, dass es in Aschau Bürger erster und zweiter Kategorie gibt?
Franz Kratzer
Aschau