Aschau – Er ist einer von Deutschlands meistausgezeichneten Köchen, eine Ikone der Kulinarik: Heinz Winkler aus Aschau. Nun wird seine Kochkunst zur Herausforderung. Bei „Kitchen Impossible“ muss Zwei-Sterne-Koch Daniel Gottschlich ein Gericht in der Residenz Winkler nachkochen.
„Man muss etwas kochen, das logisch und nachkochbar ist“, erklärt Heinz Winkler gelassen. Deswegen habe er sich für ein traditionelles Rezept mit kleinen Tricks und Kniffen entschieden. Ein Gericht, das gleichzeitig zur Region passt und diese repräsentiert.
Gericht erschmecken – ohne das Rezept
Doch worum geht es überhaupt? Bei der Sendung „Kitchen Impossible“ auf Vox stellen sich Fernseh-Koch Tim Mälzer und ein wechselnder Herausforderer gegenseitig möglichst unlösbare Aufgaben.
Jeder der beiden muss an zwei Orten die Spezialität eines ansässigen Kochs möglichst genau nachkochen. Der Clou dabei: Eine Zutatenliste oder das Rezept haben sie dafür nicht – sie müssen lediglich durch riechen und schmecken darauf kommen.
Diesmal dabei: Daniel Gottschlich, der seit 2010 ein mit inzwischen zwei Michelin-Sternen ausgezeichnetes Restaurant und ein weiteres Lokal in Köln besitzt. Mälzer schickt ihn in die heiligen und pompösen Hallen der „Residenz Heinz Winkler“ nach Aschau. Der gebürtige Südtiroler, der die „Cuisine Vitale“ erfunden hat und berühmt für seine klare und leichte Küche ist, soll Gottschlich ins Schwitzen bringen.
Zu viel verraten will Winkler nicht, aber: „Herr Gottschlich musste Rehrücken mit Dörrpflaumen, eingeschlagen in einen Nudelteig kochen.“ Natürlich habe er versucht, etwas „ganz Besonderes“ auf den Teller zu bringen. Denn es seien natürlich keine einfachen Dörrpflaumen, wie man sie kennt. Sie kämen aus Frankreich, seien viel weicher und zudem in Cognac eingelegt. All das müsse man erst erschmecken.
Insgesamt drei Tage sei das Produktionsteam im August bei ihm in der Residenz gewesen. „Es war schon anstrengend“, sagt er und lacht. Der gesamte Dreh spielte sich in seiner Küche ab. „Aber es hat auch Spaß gemacht.“ Alles in allem, so verrät Winkler weiter, hätte sich Gottschlich auch gut angestellt.
Zu Tim Mälzer hat der Aschauer Sternekoch ein ganz gutes Verhältnis. Einmal habe er mit ihm gekocht. „Da hat er eine Erbsensuppe gemacht“, erinnert er sich. Dass er als Fernseh-Koch so viel Erfolg hätte, freue ihn. Doch braucht eine Koryphäe wie Heinz Winkler diese Werbung? „Man muss sich immer wieder rühren und von sich reden machen. Sonst gerät man in Vergessenheit“, sagt er. „Eine schöne Werbung für Aschau“ sei der Fernsehauftritt natürlich, freut sich Herbert Reiter, Chef der Tourist-Info in Aschau. „Die Residenz Winkler spielt neben der lokalen Gastronomie natürlich eine besondere Rolle. Da wir Genussort sind, ist Kulinarik sehr wichtig.“
Reiter gehört neben einigen Stammgästen zu den Verkostern. Mit ihm am Tisch: Schauspieler Christian Wolff, der in Aschau lebt. Sie mussten die Unterschiede zwischen dem Original und der nachgekochten Variante beurteilen. „Zunächst haben wir das Gericht von Herrn Winkler gegessen, drei Tage später das von Gottschlich“, berichtet Wolff. Er kenne die Küche von Heinz Winkler schon aus Münchner Zeiten. Auch in Aschau sei er seit über 25 Jahren Gast.
Sehr ähnlich mit feinem Unterschied
„Beide Gerichte waren sehr gut und ähnlich. Mit einem feinen Unterschied“, verrät der Schauspieler. Aber jeder koche anders und somit sei seiner Ansicht nach kein Gericht identisch. Daniel Gottschlich habe er beim Dreh nicht kennengelernt. „Sobald es Corona erlaubt, werde ich in Düsseldorf Theater spielen und auch seine Lokale ausprobieren.“
Ob sich Daniel Gottschlich im Chiemgau in den heiligen Hallen von Heinz Winkler einschüchtern lässt, wird sich zeigen. Am Sonntag um 20.15 Uhr wird die Sendung auf Vox ausgestrahlt.