Mit Maske, Abstand und CO2-Ampel

von Redaktion

Wechselunterricht an Grundschulen im Kreis Rosenheim – Guter Start am ersten Tag

Stephanskirchen/Großkarolinenfeld/Rohrdorf/Vogtareuth/Raubling//Kiefersfelden/Samerberg/ Halfing/BadEndorf/Aschau – Die Grundschüler im Landkreis Rosenheim dürfen seit gestern für den Unterricht wieder an die Schulen kommen. Zumindest teilweise. Die Klassen sind in zwei Gruppen eingeteilt, die sich abwechseln: Präsenzunterricht und Homeschooling. Im Fokus stehen Lüftungsanlagen, die Digitalisierung und mögliche Schnelltests. Ein Überblick.

Digitalisierung:

Sven Friedel, Schulleiter der Max-Joseph-Grund- und Mittelschule in Großkarolinenfeld, sagt, er habe fast alles: WLAN, Transportwagen, Geräteschutzhüllen. Was ihm aber fehle: die dazugehörigen I-Pads. Obwohl er sie schon Mitte des vergangenen Jahres bestellt habe, seien bis jetzt keine geliefert worden. „Das gibt der Markt momentan einfach nicht her“, sagt er. „Er ist leer.“ Es gebe lange Wartezeiten von drei bis vier Monaten. Dennoch: Sie hätten für alle Schüler Möglichkeiten gefunden, dass sie auch „auch auf Distanz am Lernen“ teilnehmen können.

Anders ist die Situation in der Grundschule in Rohrdorf. Dort habe man die bestellten Notebooks für Lehrerinnen und Schüler schon erhalten, sagt Schulleiterin Beate Irle. Die Kinder hätten sich schnell an die Technik gewöhnt. „Sie haben viel an Medienfähigkeiten dazugewonnen.“ Nicht zuletzt auch durch die Videokonferenzen, die täglich zu einem bestimmten Zeitpunkt stattgefunden hätten. Auch in der Preysing-Grundschule in Aschau hätten die Schüler I-Pads erhalten. 35 Stück, sagt Rektorin Astrid Sauer. Ähnliches berichtet auch Schulleiterin Isolde Raabe von der Grund- und Mittelschule Kiefersfelden.

Lüftungsanlagen:

In der Otfried-Preußler-Grund- und Mittelschule (OPS) in Stephanskirchen behilft man sich laut Schulleiter Florian Burggraf mit Kohlenstoffdioxid-Ampeln, die anzeigen, wann gelüftete werden muss. Das funktioniere recht gut, sagt er. Ob er für alle Räume auch Raumlüftungsgeräte anschaffen wolle, wisse er deshalb noch nicht. „Ich bin mir unsicher, ob wir die überhaupt brauchen. Wenn nicht, ist das nicht nachhaltig.“ Erst wolle er sich mit dem Elternbeirat beraten. Ein einzelnes Gerät habe er schon bestellt, für einen Besprechungsraum, den man nicht lüften könne. Das sei auch mit Fördermitteln vom Staat finanziert worden. Komplett auf Lüftungsanlagen verzichtet haben die Grund- und Mittelschule Bad Endorf und die Grundschule Halfing.

Bustransport:

Dass Grundschüler wegen überfüllten Bussen zu spät zum Unterricht kommen, ist in keiner der Gemeinden im Rosenheimer Umland der Fall. Der Grund vielerorts: der Wechselunterricht an den Schulen. Da nur die Hälfte der Kinder in den Unterricht vor Ort kommen, ist laut Schulleiter Markus Beham von der Michael-Ende-Grund- und Mittelschule in Raubling auch in den Bussen weniger los. „Das funktioniert super“, sagt er. Die Gemeinde habe ihm zugesichert, dass sie im Notfall auch einen Verstärkerbus einsetzen könne.

An der Grund- und Mittelschule Kiefersfelden und der Grundschule Samerberg ist die Situation laut den Rektoren ähnlich. In Stephanskirchen gehen laut OPS-Schulleiter Florian Burggraf die meisten Kinder zu Fuß zur Schule, da sie in der Nähe wohnen. Der Rest würde von Mitarbeitern von Kleinbusunternehmen zur Schule gefahren.

Corona-Schnelltests:

In Schulen und Kitas soll es bald mehr Corona-Selbsttests geben. In der Grundschule Rohrdorf stößt dieser Plan auf offene Ohren – zumindest, wenn es um die Lehrkräfte geht, sagt Schulleiterin Beate Irle. „Bei ihnen würden wir das selbstverständlich machen.“ Aber Schnelltests bei den Grundschülern sieht sie problematisch. Sie wisse nicht, wie sie in der Früh 200 Kinder testen solle.

Ähnlich sieht das auch Markus Beham, Rektor der Michael-Ende-Grund- und Mittelschule in Raubling. Falls die Tests für die Grundschüler verpflichtend würden, sehe er außerdem vonseiten der Eltern „große Widerstände“. Maximilian Schweiger, Schulleiter der Grund- und Mittelschule Bad Endorf, steht den Schnelltests bislang eher skeptisch gegenüber. „Man weiß ja nichts über deren Zuverlässigkeit.“ Bislang habe er noch keine Einweisung zu den Tests bekommen, ein Konzept wurde noch nicht erarbeitet. Christine Dechantsreiter, Schulleiterin der Grundschule Halfing, weist vor allem auf den personellen Aufwand hin. Neben den Vorbereitungen des Präsenzunterrichts sei eine Reihenimpfung „unmöglich“ zu schaffen.

Aufgeschlossen gegenüber diesem Thema zeigte sich auf Nachfrage hingegen Astrid Sauer, Rektorin der Preysing-Grundschule in Aschau. „Optimal wäre es, wenn die Eltern das schon zu Hause durchführen würden. Dann würden die positiv getesteten Schüler erst gar nicht kommen.“ Reihentestungen in den Grundschulen könnten allerdings schnell „im Chaos“ enden, gibt sie zu bedenken.

Notbetreuung:

Wegen des Präsenzunterrichts fällt die Notbetreuung an einigen Grundschulen weg. So zum Beispiel in Vogtareuth. Man habe jeden Tag genügend Platz für alle Kinder in der Schule, sagt Schulleiter Christoph Steiner. In Kiefersfelden, wo man mangels der Räumlichkeiten auf Wechselunterricht ausweichen muss, läuft die Notbetreuung hingegen weiter. Laut Rektorin Raabe gibt es drei Gruppen. „Sie werden hauptsächlich von Fach- und Förderlehrern übernommen.“

In den Grundschulen in Großkarolinenfeld, Stephanskirchen und Raubling werden nach Angaben der Schulleiter ebenfalls täglich Kinder notbetreut. In Raubling waren es laut Schulleiter Markus Beham am gestrigen Montag beispielsweise 18 Schüler. Das sei „überschaubar“.

An den Tagen, an denen sie durch den Wechselunterricht eigentlich zu Hause wären, würden sie in einer anderen Klasse in der Schule anschließen und hinten im Zimmer sitzen. Wenn aber noch mehr Kinder dazukämen, müsse Beham jedoch eine eigene Gruppe eröffnen.

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