Stephanskirchen – Bisher war die Gemeinde gnädig: Einen guten Monat lang gab es für Parksünder nur „Gelbe Karten“, sprich: einen Hinweis darauf, dass irgendwas nicht in Ordnung war. Ab dem heutigen 1.März wird‘s ernst. Dann verteilen die Parküberwacher des Kommunalen Dienstleistungszentrum (KDZ) Oberland, im Auftrag der Gemeinde unterwegs, keine Gelben Karten mehr, sondern Knöllchen.
Die Gelben Karten empfehle der Zweckverband Oberland allen neuen Gemeinden, so Thorsten Preßler. Quasi als Vorwarnung. Die meisten machten das auch für sieben bis zehn Tage, der ganz Monat sei eher die Ausnahme. „Wir wollten nicht überfallartig anfangen“, sagt Bürgermeister Karl Mair dazu.
Verkehrsüberwachung immer publik gemacht
Deswegen sei das Thema auch immer wieder öffentlich gemacht worden, Verwaltungsmitarbeiter Gerhard Kaiser hatte im Vorfeld sämtliche trotz Corona erreichbaren Geschäftsleute in den betroffenen Bereichen informiert. „Denen kommt es ja auch zugute“, so Mair. Denn Ziel sei, an der Salzburger Straße und in den Geschäftsbereichen in Haidholzen für mehr Fluktuation auf den Parkplätzen zu sorgen.
„Wir wissen, dass einige Autofahrer mehrere Gelbe Karten in Empfang genommen haben“, so Preßler, „aber die Kolleginnen hatten den Eindruck, das sei denen wurscht.“ Das kam auch im Rathaus so an. Und auch Gemeinderat Günther Juraschek, der in seinem Getränkemarkt immer wieder Rückmeldungen zu allen örtlichen Themen bekommt, weiß von einigen Stephanskirchnern, die mehrere Gelbe Karten bekamen und das entspannt nahmen. Die Gelben Karten fand er gut: „So gewöhnen sich die Leute dran.“
Bisher waren die Mitarbeiter des KDZ vor allem an der Salzburger Straße und ihren Nebenstraßen unterwegs. Sie verteilten dort über 150 Gelbe Karten. Weil entweder außerhalb der gekennzeichneten Flächen oder zwischen 8 und 18 Uhr länger als eine Stunde geparkt wurde oder weil die Parkscheibe fehlte. Zum Vergleich: Während einer Testphase der Überwachung des ruhenden Verkehrs vom März 2019 bis Januar 2020 waren es – bei gleicher Stundenzahl der Überwacher – in zehn Monaten 266 geahndete Verstöße.
Länger als eine Stunde parken, nämlich bis zu drei Stunden, kann man auf dem Parkplatz an der Einmündung Wasserburger/Salzburger Straße rund um die Metzgerei und auf dem Parkplatz gegenüber des roten Schulhauses an der Salzburger Straße. Das sind zwar Privatgrundstücke, aber deren Besitzer haben sich mit der Gemeinde auf die Kontrolle verständigt.
Immer wieder für Irritationen sorgt die Fläche vor der Post und der Apotheke in Gehering. Die ist zum einen nicht als Parkfläche gekennzeichnet und zum anderen Privatgrund. Wilma Böttinger, Teamleiterin beim KDZ, weist darauf hin, dass sie und ihre Kolleginnen dort nicht aktiv werden können. Denn der Grundeigentümer hat sich weder mit der Gemeinde kurzgeschlossen, noch sonst – zum Beispiel durch Blumenkübel – kenntlich gemacht, dass dort niemand parken soll. „Also können wir nur an die Autofahrer appellieren, dass sie beim Queren des Geh- und Radwegs Rücksicht auf Radfahrer und Fußgänger nehmen“, so Böttinger.
Daten gemeinsam aus- und bewerten
Die Zusammenarbeit mit dem KDZ Oberland sei gut, so Mair. Vonseiten des Zweckverbandes werde gelegentlich noch nach örtlichen Sonderregelungen gefragt, vor allem aber seien Zweckverband und Gemeinde im steten Austausch, schauen sich die Daten des ruhenden und des fließenden Verkehrs gemeinsam an und werten diese aus. So könne man schnell reagieren. Exzessive Kontrollen und erhöhte Stundenzahlen seien nicht vorgesehen, so Mair, „wir wollen‘s ja nicht übertreiben.“