Pittenhart – Schon vor langer Zeit hatte sich der Gemeinderat Pittenhart grundsätzlich dafür ausgesprochen, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Mehrzweckhalle zu bauen, um die Stromkosten für die Halle zu reduzieren und auch weitere gemeindliche Gebäude wie die Schule mit Strom zu versorgen. Schon mehrmals hatte man sich mit den Modalitäten für Bau und Betrieb auseinandergesetzt und sich von der Energieagentur Südostbayern eine Studie dazu erstellen lassen. Im Haushalt waren für die Erstellung der Anlage bereits Mittel eingestellt.
Nun wurde dazu einstimmig der offizielle Beschluss gefasst. Es wurde festgelegt, dass die gesamte Dachfläche, soweit möglich, genutzt und eine Anlage mit 130 bis 150 KWp installiert wird.
Zuvor hatte Gregor Dachs von der Energieagentur Südostbayern verschiedene Varianten der Anlagengröße und Ausstattung und die jeweiligen finanziellen Folgen dargelegt. Die grundsätzliche Beschränkung der Anlagengröße auf den Strombedarf von Mehrzweckhalle und den bestehenden umliegenden Gebäuden erschien dem Gremium nicht sinnvoll, auch wenn bei dieser Größenordnung der vorhandene Anschluss ins Pittenharter Netz noch ausreichen würde.
Mehrere Gemeinderäte wiesen darauf hin, dass in nächster Zeit Bauprojekte anstünden, die in absehbarer Zeit eine Stromversorgung benötigten, unter anderem ein neues Feuerwehrhaus. Daher war das Gremium einstimmig der Meinung, dass auf jeden Fall die dann in Zukunft nötige stärkere Leitung zum etwas über 200 Meter entfernten Transformator verlegt werden sollte. Ebenfalls einstimmig zugestimmt wurde der Anschaffung eines Stromspeichers.
Bürgermeister Sepp Reithmeier CSU) betonte, dass unter ökologischen Gesichtspunkten die Ausnutzung von Dachflächen für Fotovoltaikanlagen sinnvoller sei als Freiflächenanlagen, für die man meist landwirtschaftlichen Grund brauche.
Nicht ganz einig waren sich die Mitglieder des Gremiums, ob man gleich die volle Leistung auf dem Mehrzweckhallendach installieren sollte. Dachs hatte in seinem Vortrag darauf hingewiesen, dass die Belegung des Daches mit zwei eigenständigen Anlagen in zwei Phasen in zeitlichem Abstand unter Umständen Vorteile böte, wegen der jetzt geltenden Regelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ansonsten müsste man einen Teil des erzeugten Stroms selbst vermarkten. Die Mehrheit der Räte ging davon aus, dass dies über das „Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel“ laufen könne, in dem Pittenhart Mitglied ist. Zuvor war berichtet worden, dass der Vorstand des Regionalwerks konstituiert sei: mit dem Fachmann Diplom-Ingenieur Michael Perkmann an der Spitze und dem Geschäftsleiter der Stadt Laufen Christian Reiter als Zweitem Vorsitzenden, dazu der Verwaltungsrat mit den 16 Bürgermeistern unter Vorsitz des Kirchanschöringers Hans-Jörg Birner. Das Regionalwerk werde jetzt die Arbeit aufnehmen.
Der Pittenharter Gemeinderat sprach sich mit drei Gegenstimmen dafür aus, den Bau der PV-Anlage auf der Mehrzweckhalle im vollen Umfang jetzt in die Wege zu leiten. Außerdem wurde mit 10:3 Stimmen beschlossen, eine Ladestation für Elektroautos zu installieren, die für gemeindliche Fahrzeuge, aber auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht. igr