Bad Feilnbach – Mit einem Fachvortrag über die Mobilfunktechnologie durch die Firma Techcom aus Oberhaching hat der Bad Feilnbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gewissermaßen den Startschuss zum beschlossenen Vorsorgekonzept gegeben. Die beauftragte Firma will mit dem Konzept einen Vorschlag ausarbeiten, mit dem einerseits eine ausreichende Mobilfunkversorgung sichergestellt wird, andererseits aber die von den Sendemasten ausgehenden Immissionen weit unterhalb der gesetzlich zulässigen Grenzwerte bleiben.
„Beschluss fiel
im Gemeinderat“
Eingangs der Sitzung, die coronabedingt wiederum im großen Saal des Gasthauses Weingast in Kematen abgehalten wurde, verwahrte sich Bürgermeister Anton Wallner (CSU) gegen Unterstellungen der Bürgerinitiative „Gesundheit vor 5G – Initiative Bad Feilnbach“, der Auftrag für das Vorsorgekonzept sei ohne Gemeinderat im Hinterzimmer vergeben worden. Der Beschluss sei vielmehr „hier im Saal“ vom Gemeinderat beschlossen worden. An die Bürgerinitiative richtete er die dringende Bitte, in dieser wichtigen Sache für die Bürger sachlich miteinander umzugehen. Dies könne man nur im guten Dialog miteinander schaffen und diesen guten Dialog wolle er gerne beibehalten.
Anschließend gab der Geschäftsführer der Firma Techcom, Ronald Fabian, zusammen mit seinem Mitarbeiter Dr. Michael Oestreicher eine Lehrstunde in höherer Physik. Fabian versicherte, dass die Firma Techcom unabhängig sei und keine Planungsleistungen für Netzbetreiber erbringe. Tätigkeitsschwerpunkt seien Schulungen und Consulting für Telekommunikation und IT. Die Firma habe daher die fachliche Kompetenz, mit den Mobilfunkbetreibern auf Augenhöhe zu sprechen und die Planungen zum Mobilfunkausbau fachlich zu beurteilen.
Insoweit werde die Firma im Rahmen des Vorsorgekonzepts die vorhandenen Sendemasten analysieren, den weiteren Mobilfunkausbau unter den gegebenen topografischen Bedingungen bewerten und alternative Standorte aufzeigen. Bezüglich der befürchteten Strahlenbelastung orientiere sich das Unternehmen an den sogenannten „Salzburger Werten“, die nur ein Tausendstel der hierzulande geltenden Grenzwerte ausmachten.
Fabian betonte, dass Funkversorgung sowie Umwelt- und Gesundheitsschutz beim Mobilfunkkonzept nicht im Widerspruch stünden. Generell sei das 5G-Netz schneller, aber auch komplexer und intelligenter. Die Vorteile lägen dabei vor allem innerhalb der Gebäude.
Da in Bad Feilnbach keine Großindustrie, wie beispielsweise BMW, vorhanden sei, sei insgesamt auch nur ein vergleichsweise moderater Ausbau nötig. Eine Begrenzung der Sendeleistung liege im Übrigen auch im Interesse der Mobilfunkbetreiber selbst, da eine zu starke Leistung zu Störungen innerhalb der Netze führe.
Jetzt heißt es Warten
auf die Vorschläge
Nach der rund zweistündigen Präsentation beendete Bürgermeister Wallner den Tagesordnungspunkt mit einem Hinweis darauf, dass offene Fragen noch gesammelt und an die Firma Techcom weitergeleitet werden könnten. Sodann seien die zu erarbeitenden Vorschläge abzuwarten, mit denen sich das Gemeinderatsgremium dann ohnehin eingehend befassen müsse.Josef Mayr