1472 Orgelpfeifen werden neu gestimmt

von Redaktion

Sanierung des Instruments dauert rund vier Wochen – Pfarrer hofft auf Spenden

Raubling – Auch wenn die Orgelmusik in Zeiten der Corona-Pandemie nur in begrenzter Anzahl von Stücken die Gottesdienste begleitet, so ist sie trotzdem aus den kirchlichen Veranstaltungen nicht wegzudenken. Damit das auch in Zukunft und hoffentlich wieder vermehrt in voller Klangfarbe so bleiben kann, wird die Orgel in der katholischen Pfarrkirche Heilig Kreuz derzeit gereinigt. „Alle 20 bis 25 Jahre ist eine Reinigung von Orgeln erforderlich“, so Orgelbaumeister Reinhard Frenger aus Feldkirchen-Westerham gegenüber unserer Heimatzeitung. Die Raublinger Orgel sei 24 Jahre alt und damit in diesem Zeitraum fällig. „Im Laufe der jährlichen Wartung wurde bereits vorher ein Schimmelbefall an Pfeifen und am Spieltisch festgestellt“, ergänzt der örtliche Organist Hans Kempinger, der die mit 1472 Pfeifen bestückte Orgel wie seine eigene Hosentasche kennt.

Alle Metallpfeifen wurden in einem Warmwasserbad gereinigt. Zugute kam Frenger und seinem Kollegen Frank Pettenkofer, dass mittels eines Wasserschlauches von der Sakristei direkt warmes Wasser in eine „Pfeifen-Badewanne“ geleitet werden konnte und dadurch die Aufwärmzeit gespart werden konnte. Nach dem „Reinigungsbad“ mussten die Pfeifen wieder eingebaut und mittels Stimmhorn oder -hammer neu gestimmt werden. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch die elektrische Setzeranlage, im Prinzip ein Computer zur Speicherung von Registern der Klangfarben ausgewechselt. „Wenn man bedenkt, wie rasant die Entwicklung in der Computertechnik voranschreitet, ist die vorhandene Computer-Setzeranlage mit 24 Jahren völlig veraltet“, so Orgelexperte Frenger. Bisher konnten 32 Kombinationen gespeichert werden, bei der neuen Anlage sind es 3072. Diese wurde von Martin Wagensonner (Orgelbauer und Elektriker) von der Firma Ludwig Eisenschmid, Orgelspieltische, Klaviaturen und Orgelteile, in Andechs ausgetauscht.

Die gesamte Arbeit nahm rund vier Wochen in Anspruch, in diesen Tagen soll sie abgeschlossen sein, dann könnte die „Königin unter den Instrumenten“ wieder in voller Klangfarbe ertönen. „Spenden sind herzlich willkommen“, hoffen Pfarrer Arkadiusz Kolecki und Kirchenpfleger Christian Mareth auf finanzielle Unterstützung. Franz RuprechT

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