Leserforum

Ruf nach Klimagerechtigkeit

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die geplante Erdgasförderung in Halfing (Lokalteil):

Ich bin in Halfing aufgewachsen und seit vielen Jahren in der Klimagerechtigkeitsbewegung aktiv. Seit Wochen verfolge ich die Pläne der Landesregierung und der Wintershall DEA, bei Irlach erneut Gas zu fördern.

Eigentlich braucht es keine großen Worte: Der Klimawandel ist real, menschgemacht und schreitet in einem beängstigenden Tempo voran. Wenn wir nicht jetzt handeln, werden wir sogenannte Kipppunkte erreichen, nach denen es kein Zurück mehr gibt.

Erdgas kann keine Brückentechnologie sein. Zwar ist der CO2-Ausstoß geringer als bei anderen fossilen Brennstoffen, der klimaschädlichere Methan-Ausstoß jedoch größer. Weitere Standorte zu erschließen, bedeutet die Energiewende zu verlangsamen und globale Verantwortungen zu ignorieren.

Energiekonzerne müssen im Konkurrenzkampf der Marktwirtschaft mitspielen. Erfolg wird an Wachstum und Profit gemessen. Um das zu verdecken, wird versucht, ein grünes Image aufzubauen. Es wird von Umweltschutz oder Heimatschutz geredet, und das fälschlicherweise mit Klimagerechtigkeit gleichgesetzt. Es geht aber schon längst nicht mehr um ein paar heimische Frosch- oder Vogelarten, sondern um eine globale Perspektive. Darum, dass der globale Norden (also wir!) Hauptverursacher des Klimawandels ist, während hauptsächlich Menschen im globalen Süden von den Folgen betroffen sind. Es geht um Lebensräume die zerstört werden, Dürre, Hunger. Es geht um Menschenleben. Könnten wir die Folgen unseres Handeln direkt vor unserer Haustür sehen, würden wir uns dann noch fragen, ob wir noch mal „nur übergangsweise“ in fossile Energien investieren? Es geht nicht nur Bürger von Halfing etwas an, sondern uns alle!

Laura Gievers

Rheinland/Halfing

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