Brannenburg – Die bestehenden Wege pflegen und hegen – mit einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss haben die Gemeinderäte Simon Faltner (Junges Dorf Brannenburg) und Quirin Schwaiger (CSU) ein Konzept für ein Wegpatenprojekt in Brannenburg entworfen und in Absprache mit der Tourist-Info Brannenburg nun umgesetzt. Seit rund drei Wochen wurden die Wanderwege im Gebiet Brannenburg an 18 ehrenamtliche Wegpaten vergeben, die ab sofort dreimal im Jahr die Wege abmarschieren und nach dem Rechten sehen.
Wandertourismus
steige immer mehr an
„Unser Ziel sind wachsame Augen und eine helfende Hand, die sich für Abschnitte verantwortlich fühlt und sich ehrenamtlich einbringen will“, so Faltner. Man sei sich einig, dass keine neuen Wege geschaffen, sondern die bestehenden besser gepflegt und unterhalten werden sollen. Nicht zuletzt wegen Corona: Die Bergbauern hätten sich beschwert, dass zu viele E-Biker unterwegs seien. Um die Parteien besser zusammenzubringen, kam die Idee eines Wegpatenprojekts auf. Für die Bergbauern sollen außerdem neue Tiergatter besorgt werden, sagt Faltner.
Schwaiger ergänzt, dass der Wandertourismus am Berg, aber auch in der Ortschaft im kommenden Jahr noch einmal deutlich zunehmen werde: „Wir möchten dafür sorgen, dass dabei die bestehenden Wege gut erkennbar und nutzbar sind.“ Die 18 Paten werden künftig zum Beispiel schauen, ob die Schilder richtig angebracht sind oder ob ein Bankerl zerstört wurde. „Vom Rentner bis zum Jugendlichen haben wir alle dabei. Das ist total genial“, freut sich Faltner. Ausgestattet wurden die Paten mit Westen, Scheren und einem Reinigungsset für Wanderschilder. Kleine Schäden sollen selbst von den Paten behoben werden, größere Schäden werden dem Bauhof gemeldet. Im ersten Schritt sollen sie mit einem Begehungsprotokoll eine Bestandsaufnahme der Mängel und von neuen Ideen vornehmen. „Wir sind gespannt, was aus diesem motivierten Team alles entstehen wird. Von neuen Rastmöglichkeiten über bessere Ausschilderungen sind bereits bei unserem ersten Treffen viele Anregungen mitgeteilt worden“, sagt Schwaiger. Um gleich ins Projekt zu starten, musste das erste Treffen Ende Februar online durchgeführt werden. „So können nach der Bestandsaufnahme im Laufe des Jahres bereits die ersten Verbesserungen vorgenommen werden“, so Schwaiger. „Der Ursprungsgedanke war: ‚Bei uns ist es schön, zeigen wir es her.‘ Und das ist nun auch unser Motto.“
Keine Konkurrenz
zum Alpenverein
Abwarten bis die Corona-Inzidenz entsprechend gesunken ist, sei für Schwaiger und Faltner keine Option gewesen. Zudem betonen sie, dass man mit dem Projekt nicht in Konkurrenz mit dem Deutschen Alpenverein trete. Auch sei man nicht in der Verantwortung, alle Wege verkehrssicher zu machen. Vielmehr gehe es um ein bewusstes Hinsehen und ein Vorantreiben. Bürgermeister Matthias Jokisch ist begeistert: „Ich finde es ganz toll, es ist sehr zu unterstützen.“ Weil dies eine Sache sei, die man als Gemeinde schwer umsetzen könne, freue er sich über das ehrenamtliche Engagement der Wegpaten.