Eggstätt – Der Kiebitz war früher in den Wiesen und Feldern häufig zu beobachten, doch sein Bestand ist in den letzten Jahrzehnten deutschlandweit um über 90 Prozent zurückgegangen. Im Alpenvorland ist der Vogel vom Aussterben bedroht und vielerorts bereits verschwunden.
In der Gemeinde Eggstätt kommt die Vogelart Kiebitz noch vor. Hier arbeiten Landwirte und ehrenamtliche Kiebitzbetreuerinnen der Unteren Naturschutzbehörde zusammen und schützen die gefiederten Freunde.
Die Vögel brüten nach ihrer Rückkehr aus den Überwinterungsquartieren in Spanien und Nordafrika auf dunklen, offenen Böden. Diese finden die Kiebitze meist nur noch in Maisäckern. Die Landwirte achten bei der Bewirtschaftung ihrer Felder auf die von den Kiebitzbetreuerinnen markierten Gelege der Bodenbrüter, sodass die Küken schlüpfen können.
Als Anerkennung für diesen Artenschutz erhielt die Familie Osterauer Gutscheine, die die Gemeinde und der Landkreis Rosenheim je zur Hälfte finanziert hat. Eggstätts Bürgermeister Christian Glas bedankte sich zusammen mit Margit Böhm von der Unteren Naturschutzbehörde bei der Landwirtsfamilie für ihre tatkräftige Unterstützung und betonte gleichzeitig die Freiwilligkeit des Projektes: „Mir ist wichtig, dass die Landwirte mit der Teilnahme an diesem Projekt keine Einschränkungen zu befürchten haben. Freiwillig und mit viel Herzblut geht es hier um den gelebten Artenschutz – zum Wohl der Eggstätter Kiebitze.“
Bei dem Gebiet südlich von Eggstätt handelt es sich um kein per Verordnung ausgewiesenes Bodenbrütergebiet, sondern um einen Bereich, in dem die Kiebitze vor Störungen besonders geschützt werden sollen. Das Areal, in dem die Kiebitze leben, ist deutlich mit Schildern gekennzeichnet.
An die Erholungssuchenden wird appelliert, auf den befestigten Wegen zu bleiben sowie Hunde an der kurzen Leine zu führen, um die Tiere beim Brüten und bei der Aufzucht ihrer Jungen nicht zu stören. Es gilt, die Naturschutzarbeit zu unterstützen.