Festhalle Hohenaschau wird saniert

von Redaktion

Tragende Bauteile zur Beurteilung des Zustandes freigelegt – Kosten trägt Gemeinde

Aschau – „Die Arbeiten zur Sanierung der Aschauer Festhalle liegen gut im Zeitplan und können hoffentlich bis Anfang April fertiggestellt werden“, berichtete der Zweite Bürgermeister Michael Andrelang (CSU) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nach 125 Jahren ist das eiserne Tragwerk zu überprüfen und zu sanieren. Laut dem Statik-Büro Köppel aus Rosenheim sind Ertüchtigungsarbeiten an der alten Cramer-Klettschen Reithalle erforderlich. Die Kosten übernimmt die Gemeinde Aschau, die als Pächterin für den baulichen Unterhalt zuständig ist.

Umfangreiche Vorarbeiten liefen, um an die schadhaften, tragenden Bauteile heranzukommen. Zunächst galt es, die Festhalle komplett auszuräumen. Bauhofarbeiter demontierten die Reitbande und deckten den Boden ab.

Jede einzelne Baustelle an den Säulen im Halleninneren erhielt ein hölzernes Häuschen zum Schutz der Umgebung vor Baustaub. Tragende Teile wurden aus dem Mauerwerk freigelegt. Fachleute beurteilten den Zustand der Säulen und legten fest, ob die Restaurierung nötig und auch möglich ist.

Als erstes stand an, die alten Stahlteile mit dem Sandstrahler zu behandeln und von Mörtelteilen sowie Rost zu befreien. „Die erste Hälfte der Säulen wurde mittlerweile gestrahlt, grundiert und beschichtet“, so Andrelang. „Die zweite Hälfte kann erst angegangen werden, wenn die ersten Säulen wieder eingemauert sind“ – aus Gründen der Statik. Zwischenzeitlich werden die Knotenpunkte im Firstbereich abgeschliffen, grundiert und beschichtet.

Schlossherr Theodor Freiherr von Cramer-Klett ließ 1895 auf der Nordseite des Burgberges von Schloss Hohenaschau auf einem Areal von 18000 Quadratmetern eine Reitanlage mit Stallungen, Wohnräumen für die Bediensteten und ein Ökonomiegebäude errichten. Im Ersten Weltkrieg diente die Halle als Lazarett.

Räume seit 1935
touristisch genutzt

Wegen des zunehmenden Tourismus im Priental stellte von Cramer-Klett die Reithalle 1935 dem Aschauer Verschönerungsverein für Großveranstaltungen zur Verfügung.

Die Festhalle entwickelte sich schnell zum Zentrum der Brauchtums- und Volksmusikpflege in der Region. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb diese Nutzung. Die Gemeinde pachtete langfristig den Komplex und ließ 1999/2002 die Halle, einen Teil der Stallungen sowie Wohngebäude restaurieren und modernisieren. Die Gesamtfläche der Halle beträgt rund 600 Quadratmeter, die Bühne umfasst 150 Quadratmeter.

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