Kiefersfelden – Rolf Hof, ehemaliger Pächter des Lokals „Maganuco Beach“, hat sich Ende Februar coronabedingt dazu entschlossen, seine Gaststätte am Hödenauer See in Kiefersfelden aufzugeben. Vor allem der Abschied von Charly, seiner treuen Wildgans, fiel dem Gastwirt schwer. Und nicht nur ihm: Charly büxte von seiner neuen Heimat, einem Bauernhof in Großholzhausen, aus, flog die 35 Kilometer zurück – aus Sehnsucht nach seinem neuen Freund.
Rolf Hof ist das zutrauliche Wildtier ans Herz gewachsen. Nur zu gern habe sich die Gans an lauen Sommerabenden auf der Terrasse der „Maganuco Beach“ herumgetrieben, „zwischen den Füßen der Gäste“, erinnert sich Hof lachend.
Zum ersten Mal aufgetaucht sei Charly im Spätsommer letzten Jahres. „Zunächst dachte ich, die Gans macht bestimmt eine Flugpause, um dann weiter gen Süden zu ziehen“, sagt Hof. „Aber wir merkten ganz schnell, dass es Charly bei uns am See gefällt.“ Manchmal konnten die Gäste die gefiederte Graugans sogar streicheln. Den Sommer über sei sie Teil der „Maganuco Beach“ gewesen. Über die Wintermonate, als die Gaststätte geschlossen war, wollte Hof die Wildgans in Sicherheit wissen. Also kam sie zu einem Bauern nach Großholzhausen.
Aber Charly kam zurück: Mitte Februar habe Hof nachts am See „ein Schnattern“ gehört. Am nächsten Morgen sah er Charly watschelnd auf ihn zukommen. Ein Anruf bei dem Bauern bestätigte Hofs Verdacht: Die Gans sei ausgebüxt. „Charly ist über 35 Kilometer geflogen, um wieder hierher zu kommen. Wahnsinn, wie geht so was?“
Für Rolf Hof stand jedoch fest, dass er für seinen Freund ein neues Zuhause finden muss: Nach langem Suchen wurde er fündig. Charly lebt jetzt auf einem Gnadenhof im Schwabenland. „Dort fühlt er sich unter weiteren zehn Gänsen pudelwohl“, sagt der ehemalige Pächter. bfo