Bezahlbaren Wohnraum schaffen – aber wie?

von Redaktion

Mehrere Modelle – Kämmerei und Abteilung Liegenschaften informieren den Rat

Bad Endorf – Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen ist im Hinblick auf die Haushaltszahlen abzuwägen. Bad Endorfs Kämmerin Melanie van Lengen und Volker Ellspermann, Abteilung Liegenschaften, hatten Varianten bezüglich Bauherr und/oder Eigentümer und bezüglich der Finanzierungs- und Refinanzierungsmodelle aufbereitet und präsentierten diese dem Gemeinderat.

Als Erstes nannte die Kämmerin die Möglichkeit, dass der Markt als Bauherr auftritt und als Eigentümer agiert.

Was wiederum bedeutet, dass der Markt Bad Endorf alle auszuführenden Arbeiten und Planungsleistungen ausschreibt, beauftragt und überwacht. Die Gebäudeerstellung wird nach dem Kommunalen Wohnraumförderprogramm (KommWFP) gefördert und umfasst 30 Prozent der Planungs- und Baukosten als Zuschuss, 60 Prozent als zinsfreies Darlehen – bis 20 Jahre Finanzierung – beziehungsweise zu einem Zinssatz von 0,5 Prozent bei einer Finanzierung über 30 Jahre.

Der verbleibende Eigenanteil der Kosten von zehn Prozent der Gesamtsumme sei frei zu finanzieren, so die Kämmerin.

Eine Alternative wäre, dass der Markt Bad Endorf – als Auftraggeber – einen Übernehmer beauftragt, der, nach entsprechender vertraglicher Regelung, das Gebäude zu einem vorher vereinbarten Festpreis plant und erstellt.

Oder die Gesellschaft für kommunalen Wohnungsbau (GfkW GmbH) könnte als Bauherr und als Auftraggeber auftreten.

In diesen beiden Fällen bliebe der Markt Grundstücks- sowie Gebäudeeigentümer und die Förderkonditionen entsprechen dem ersten Modell.

Anders wäre es, wenn der Markt das Grundstück an die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Rosenheim (WoBau) übergibt, die dann ein Gebäude erstellt, vermietet und verwaltet. Dem Markt Bad Endorf werde dabei ein Belegungsrecht für 50 Prozent der Wohnungen eingeräumt, die Mieteinnahmen würden zu 100 Prozent der WoBau zufließen, die Grundstücks- und Gebäudeeigentümer sei, erklärte Kämmerin van Lengen.

Alternativ könne Bad Endorf auch das Grundstück an einen Dritten – Bauträger/Investor – veräußern, der ein Wohngebäude erstellt. Von diesem Bauherrn und Eigentümer kann der Markt Bad Endorf unter Anwendung des KommWFP Wohnungen zum marktüblichen Preis ankaufen und vermieten.

Als Beispiel führte die Kämmerin die Gemeinde Bernau an, die auf diese Weise ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit zwölf Wohn- und drei Gewerbeeinheiten finanziert habe. Die Gemeinde am Chiemsee hatte, so die Auskunft aus Bernau, den Grundstückserlös plus die Förderung über die KommWFP in Anspruch genommen sowie einen Kredit über die restliche Summe mit einer Laufzeit von 30 Jahren aufgenommen. Die Mieteinnahmen sollen fortlaufend den Kredit tilgen.

Eine weitere Variante wäre ein städtebaulicher Vertrag, den der Markt Bad Endorf mit einem Bauträger/Investor abschließt. Dieser Vertrag kann Vereinbarungen zum sozialen Wohnungsbau oder zum preisgünstigen Wohnen enthalten. Eigentumsverhältnisse sind individuell aushandelbar. Elisabeth Kirchner

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