Brannenburg – Birgit Bayer ist seit Kurzem ungewollt Besitzerin von sechs grauen Socken. Gerne würde sie die Strümpfe wieder an deren rechtmäßige Eigentümer zurückgeben. Wenn sie denn nur wüsste, von wo ihr Kater Mogli seine Beute stibitzt hat.
Sechs Stück
in drei Tagen
„Bis jetzt hat er immer nur schöne große Blätter mit nach Hause gebracht“, erzählt Birgit Bayer. Aber vor rund einer Woche, da habe ihr neun Monate alter Hauskater plötzlich angefangen, Wollsocken zu klauen. Laut Aussagen ihres Mannes kam Mogli über die Wiese gelaufen – mit einer Socke im Maul. „Mein Mann hatte Tränen in den Augen vor Lachen, als er mir die Geschichte erzählte.“ Im Spaß dachte Birgit Bayer sich noch: „Cool wäre es, wenn er die zweite Socke auch noch bringen würde.“
Und als ob der Kater Gedanken lesen könnte, schleppte er am selben Abend noch eine zweite an. Dabei blieb es jedoch nicht: Innerhalb von drei Tagen schaffte sich der kleine Sockendieb ein beachtliches Repertoire von sechs einzelnen Socken an. Alle grau, alle in Größe 42.
„Da muss irgendjemand seine Socke draußen zum Trocknen aufgehängt haben“, mutmaßt Birgit Bayer. Also warf sie die Strümpfe in die Waschmaschine und machte sich mit den sauberen Wäschestücken auf die Socken. Weil es naheliegend war, dass Mogli im Umkreis Blumenstraße, Tulpenweg und Nelkenweg gewildert hat, klingelte sie bei zwei, drei Nachbarn und erzählte die „Sockendieb-Geschichte.“ Sie erntete Schmunzeln und erheitertes Gelächter. Aber keiner von ihnen war der rechtmäßige Besitzer. „Meine Mutter ist auch schon herummarschiert“, berichtet die Brannenburgerin. Aber auch sie habe kein Licht ins Dunkel bringen können.
Sogar ein Aufruf in den sozialen Medien blieb bislang erfolglos. Auf Facebook postete Birgit Bayer einen Schnappschuss von Mogli, auf dem er selig mit seinen neuesten Errungenschaften schmust. Der Beitrag wurde mehrere Male geteilt.
Lustig sei die Geschichte ja schon, gibt Birgit Bayer lachend zu. „Wir haben so viel Spaß mit Mogli.“ Dennoch bereiten ihr die kleptomanischen Züge ihres Schützlings Sorge: „Was, wenn er mir eines Tages Unterwäsche bringt?“ Das könnte äußerst unangenehm werden. Und dann sei da noch die latente Angst, jemand könnte ihrem Kater etwas antun: „Er ist super neugierig.“ Er habe sich auch schon in fremde Nachbarshäuser geschlichen, gibt die Brannenburgerin zu. Nicht, dass ihm jemand eines Tages „ein Trum“ nachschmeiße oder ihn haue. Dann ist es Birgit Bayer noch lieber, man spritze den Herumtreiber mit dem Gartenschlauch weg.
Frischgewaschen zurückgeben
Im Moment macht die Samtpfote Pause. Keine weiteren Diebstähle bisher. Vermutlich, weil das Wetter gerade nicht so gut sei, denkt Birgit Bayer.
Ob Mogli bei Sonnenschein wieder ausrückt und Socken von Wäscheleinen stibitzt? Möglich, sagt die Katzenmama wahrheitsgetreu. Aber für den Fall der Fälle wissen die Sockenbesitzer jetzt ja, wo sie ihre Strümpfe zurückbekommen. „Mein Kater hat die Socken entführt, dann will ich sie auch wieder zurückgeben“, betont Birgit Bayer.