Everest-Challenge an der Kampenwand

von Redaktion

Zwei Aschauer Skibergsteiger laufen zehnmal hintereinander auf ihren Hausberg

Das Empfangskomitee: Aschaus Tourismuschef Herbert Reiter (Mitte) gratuliert zusammen mit Tourist-Info-Mitarbeiterin Andrea Volkelt (links) und Auszubildender Stefanie Sattlberger (rechts) den Skibergsteigern Alex (Zweiter von links) und Alois Kunz.

Aschau – Die beiden Aschauer Brüder Alex (20) und Alois Kunz (24) sind professionelle Skibergsteiger und suchten zum Ende der Saison noch einmal eine besondere sportliche Herausforderung. Nachdem coronabedingt in Deutschland sämtliche Rennen ausgefallen waren, machten sie sich auf, um mit ihren Skiern sozusagen den Mount Everest zu erklimmen. Da der höchste Berg der Welt aber nicht um die Ecke liegt, bestiegen die beiden kurzerhand die Kampenwand – und das zehnmal in Folge, um auf die nötigen 8848 Höhenmeter zu kommen. Konkret bedeutete das: Zehnmal mit den Skitourenski von der Talstation (626 Meter) zur Steinlingalm (1437 Meter) aufsteigen und anschließend wieder abfahren.

8848 Höhenmeter
in rund 13 Stunden

„Das Ganze war eine absolut spontane Aktion“, berichtet Alex Kunz. Da der Winter in der Region nochmal unverhofft Einzug hielt, rief er kurzerhand seinen Bruder an und schlug ihm die „Everest-Challenge“ vor, die ursprünglich aus dem Radsport kommt. Zwei Tage später war bereits alles geplant und die Skibergsteiger starteten um 4 Uhr Früh am Fuß der Kampenwand. Das Auto diente als Verpflegungsstation. Von dort begann der erste von zehn Aufstiegen. „Wir haben uns vorher ausgerechnet, dass wir ungefähr eine Stunde und zwanzig Minuten brauchen, um zur Alm zu gelangen“, analysiert Alex. Doch schon bei dem ersten Aufstieg merkten die Aschauer, dass die Bedingungen sehr gut waren und sie es daher deutlich schneller schafften. Nach insgesamt 13 Stunden und neun Minuten hatten sie ihr gestecktes Ziel erreicht – nur unterbrochen von kurzen Zwischenstopps am Auto und einer 25-minütigen Mittagspause, zu der ihre Mutter Suppe vorbeibrachte. Größere Probleme hatten sie, zu ihrem eigenen Erstaunen, nicht. „Die letzten zwei Runden waren schon hart“, bemerkt der ältere Bruder Alois, „alles in allem haben wir uns das aber deutlich schlimmer vorgestellt.“

Die spontane Höchstleistung war für die Tourist-Info Aschau Anlass, um bestückt mit Fahnen die beiden Brüder nach einer ihrer Abfahrten zu empfangen. Tourismuschef Herbert Reiter überreichte Alex und Alois als Anerkennung für die schweißtreibende Leistung jedem ein Aschau-Handtuch. Um 18 Uhr war es dann geschafft: Mit einem lockeren Schwung absolvierten die beiden ihre letzte Talfahrt. Erschöpft, aber überglücklich besiegelten sie ihr Vorhaben mit 8855 Höhenmetern und knapp 83 Kilometern.

Herausforderung auch im Sommer möglich

Bereits am nächsten Tag haben sich die beiden Profisportler von den Strapazen erholt. Nur die Oberschenkel und die Knie würden ein wenig schmerzen. Initiator Alex denkt daher bereits über die nächste Herausforderung nach. „Ich kann mir schon vorstellen, das Everesting im Sommer auch mit dem Rad nochmal zu machen“. Im kommenden Winter hoffen beide darauf, wieder im Rahmen von regulären Wettkämpfen auf die Berge steigen zu können.

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