Das Dorf war ihr Zuhause

von Redaktion

Hildegard Fortner mit 88 Jahren verstorben – Das Miteinander in Neubeuern geprägt

Neubeuern – Begleitet von ihren beiden Töchtern verschied im Betreuungsheim St. Anna in Thansau, vor kurzer Zeit Hildegard Fortner, in der Dorfgemeinschaft Neubeuern allseits als „Grein-Hilde“ bekannt und beliebt. Ein intensives und arbeitsreiches Leben fand im 88. Lebensjahr stehend sein Ende. Altenmarkt war ihr Lebensmittelpunkt. Dort geboren, wurde sie als Kleinkind von der Familie Wiesböck adoptiert. Als zu Beginn der 40er-Jahre die Familie an der Straße nach Raubling ihr neues Anwesen schuf, fiel es ihr schwer, sich dort einzugewöhnen, wie aus dem Lebenslauf vorgetragen von Nachbar Sepp Trost, zu erfahren war. Das Dorf war ihr Zuhause. Zusammen mit ihrem Mann Benno Fortner, die Hochzeit war 1958, entwickelte sie später das Anwesen zu einem gern besuchten Treffpunkt. Bereits 1951 trat die Verstorbene dem Trachtenverein Edelweiß Neubeuern bei. Treue zum Verein, Mitarbeit in allen Bereichen, begleitet von ihrem Mann, war die „Greinin“ eine Institution. Als Plattlerdirndl begann ihr ab wechslungsreiches Trachtlerleben. In der Theatergruppe brachte sie sich oft in den verschiedensten Rollen ein.

Bei der Faschingsgesellschaft Neubeuern wirkte sie als Gardemädchen mit. Auch bei den Jedermann-Aufführungen der Theatergemeinschaft Neubeuern, war sie bestimmender Teil der Tischgesellschaft. 1982 übernahm sie das Amt der Fahnenmutter. Sie war maßgeblich beteiligt bei der Wiederbelebung des „Beurer Gwands“, das sie später mit Stolz trug. Der Verein verlieh ihr die Ehrenmitgliedschaft, der bayerische Trachtenverband das silberne und goldene Gauehrenzeichen.

Vorstand Manfred Karl als Trauerredner für den Verein, verwies auf diese seltene Ehrung, verbunden mit einem herzlichen Dank. Der Verkehrsverein konnte sich zudem immer auf Hilde und Benno Fortner verlassen.

Dem Gesang und der Musik galt eine weitere Liebe der Verstorbenen. Mitglied der Liedertafel Neubeuern, Gründungsmitglied der Chorgemeinschaft und dort bis 1989 aktives zu zuverlässiges Chormitglied.

Verbunden war damit auch die Teilnahme am Kirchenchor, dem sie auch noch in späteren Jahren angehörte. Auch den sogenannten „Klageweibern“ gehörte sie an, welche viele Beerdigungen gesanglich begleiteten. Zum Gitarrenspiel begleiteten fünf Frauen musikalisch die Trauerfeier, die im Freien gefeiert wurde.

Abseits der Trauergemeinschaft spielte die Beerdigungsmusik, erinnerte damit an das gesellige Leben der Verstorbenen. Kraft schöpfte Hildegard Fortner in ihrer Familie und im Glauben.

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